Content Management Systeme – Welches dominiert das Netz und welches lohnt sich für Entwickler?

Content Management Systeme - Marktanteile und BudgetsEs gibt eine Vielzahl von Content Management Systemen und eine Menge Fragen:

Welches davon dominiert das Web und welche CMS sind eher auf dem absteigenden Ast?

Haben neue Content Management Systeme eine Chance?

Wie viel Prozent aller Websites nutzen überhaupt ein CMS?

Ich schaue mir in diesem Artikel aktuelle Statistiken an und vergleiche die weltweite Verteilung mit den deutschen Marktanteilen.

Zudem versuche ich zu ergründen, welches CMS sich für Webdesigner wirklich lohnt und was man damit verdienen kann.

Content Management System Marktanteile weltweit

Content Management Systeme sind auf dem Vormarsch. Sie werden immer einfacher und sind dazu meist noch kostenlos. Das erleichtert die Erstellungen von neuen Websites und Inhalten ungemein.

Dabei hat sich eine Software an die weltweite Spitze gesetzt, die viele gar nicht als vollwertiges CMS ansehen. WordPress dominiert den Markt der Content Management Systeme und der Siegeszug scheint ungebrochen.

Verschiedene Statistiken kommen auf leicht unterschiedliche Werte. So gibt die Website w3techs.com den WordPress-Marktanteil bei den Content Management Systemen mit 75% an. Auf opensourcecms.com und w3techs.com liegen der Wert etwas niedriger bei 61% bzw. 60,3%.

Klar ist, dass WordPress mittlerweile das beliebteste CMS weltweit ist und das mit Abstand.

Seit Anfang 2010 ist der Marktanteil um rund 10% gestiegen, laut w3techs.com.

Je nach Studie folgen Joomla, Drupal und/oder TYPO3. Allerdings immer weit abgeschlagen. Und während der Trend bei WordPress nach oben geht, sinkt der Anteil der meisten anderen CMS stetig.

Wie sieht es in Deutschland aus?

In Deutschland ergibt sich ein leicht anderes Bild. Hier liegt zwar auch WordPress vorn, ist mit lediglich 29% (laut cmscrawler.com) aber nicht so dominant.

Joomla hat bei deutschen CMS-Nutzern mit 17% deutlich mehr Fans, als das weltweit der Fall ist. Auch TYPO3 sieht mit 15% Marktanteil in Deutschland noch recht stark aus.

Andere Statistiken, wie z.B. von webkalkulator.com, kommen auf ähnliche Werte.

Eine Erklärung dafür zu finden ist nicht so einfach, ich kann nur spekulieren. Entweder sind deutsche Nutzer skeptischer gegenüber WordPress und seiner Dominanz. Vielleicht ist der Ruf von WordPress, nur eine einfache Blog-Software zu sein, in Deutschland stärker verbreitet als anderswo.

Ich befürchte aber eher, dass Deutschland der weltweiten Entwicklung auch diesbezüglich hinterherhinkt. Man setzt also eher auf altbewährtes und ist weniger offen gegenüber neuen Entwicklungen.

Eure Favoriten

Ob das stimmt, kann man evtl. an dem Ergebnis meines CMS-Duells ablesen, welches ich vor einer Weile gestartet habe. Dort könnt ihr euch immer zwischen 2 zufällig ausgewählten CMS entscheiden und euren Favoriten wählen.

Am Ende ergibt sich dadurch eine Top-Liste mit den 10 Software-Lösungen, die am häufigsten ihre Duelle gewonnen haben.

Und diese Top 10 sieht aktuell so aus:

  1. WordPress
  2. Contrexx
  3. Joomla
  4. Drupal
  5. Contao
  6. TYPO3
  7. CMS-Eigenentwicklung
  8. Redaxo
  9. ExpressionEngine
  10. MODx

Auch hier führt WordPress mit ziemlichem Abstand.

Gibt es nur noch Content Management Systeme?

Wenn man sich diese Statistiken anschaut, könnte man der Meinung sein, dass es nur noch CMS gibt.

Dass dem nicht so ist, zeigen die Zahlen auf w3techs.com.

Demnach laufen aktuell rund 2/3 aller Websites (genau sind es 63,8%) nicht auf einem CMS, sondern sind statische Websites.

Insgesamt betrachtet nutzen demnach nur 21,8% aller Websites WordPress. Das sieht dann zwar nicht mehr so dominant aus, aber wenn man sich überlegt, dass 1/5 aller Websites weltweit WordPress nutzen, ist das dennoch beeindruckend.

Und der Trend geht klar zum CMS. Der Anteil der Websites, die ein CMS nutzen, ist seit Anfang 2011 von 25,1% auf 36,2% gestiegen.

Immer einfachere und leichter zu nutzende CMS sorgen dafür, dass Neueinsteiger gleich damit loslegen und nicht mehr in Frontpage oder Dreamweaver an HTML-Seiten basteln.

Welches CMS lohnt sich für Webdesigner?

Ein paar spannende Zahlen findet man auf webkalkulator.com. Dort ist das durchschnittliche Budget für jedes CMS angegeben.

Diese Zahl sollte man sicher mit Vorsicht genießen, aber es zeigen sich doch deutliche Unterschiede.

Demnach sind WordPress- und Joomla Website-Projekte eher günstiger. Mit rund 2.000 Euro durchschnittlichem Budget liegen diese beiden CMS an unteren Rand der Skala.

Wer dagegen Websites mit Typo3 oder Drupal für Kunden erstellt, kann offenbar mehr abrechnen. Wenig überraschend sind die Kosten für Online-Shops noch etwas höher.

Kann man daraus ablesen, dass man als Webdesigner bzw. -entwickler lieber Websites auf Typo3- oder Drupal-Basis erstellen sollte, weil man da mehr verdient?

Da wäre ich vorsichtig. Zum einen sind WordPress und Joomla in Deutschland beliebter und deshalb findet man da sicher eher Kunden. Zudem muss auch der Aufwand dagegen gerechnet werden.

Ich kann da nur für WordPress sprechen, aber da ist es mittlerweile sehr einfach eine Firmenwebsite zu erstellen und die tausenden Plugins erleichtern die Anpassung enorm.

Insofern wird man da ebenfalls eine gute Gewinnmarge haben, selbst wenn man insgesamt weniger in Rechnung stellen kann. Und zukunftssicherer dürfte WordPress ebenfalls sein.

Vor- und Nachteile der WordPress Dominanz

Ich bin seit einer frühen Version von WordPress mit dabei. Erstmals habe ich es so 2003/2004 getestet, aber damals war es mir noch zu einfach und nicht sehr schön. Doch als ich dann 2006 damit begonnen habe ernsthaft Websites zu bauen, war WordPress die erste Wahl.

Diese Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut, da die Entwicklung stetig voran geht und WordPress kaum mehr Wünsche offen lässt.

Der große Marktanteil sorgt dafür, dass es sehr viel Know How dazu im Web gibt und man für jedes Problem irgendwo eine Lösung findet. Die große Zahl an Plugins sorgt dafür, dass man fast alles ohne Zusatzaufwand realisieren kann.

Allerdings sehe ich es auch mit einer gewissen Skepsis. Diese Dominanz ist natürlich auch Menschen mit bösen Absichten nicht entgangen. Je größer die Installationsbasis ist, umso attraktiver ist es diese anzugreifen.

Und da überrascht es nicht, dass immer wieder Berichte über gehackte WordPress-Websites die Runde machen.

Wer nicht regelmäßig die Updates einspielt und auch sonst nicht auf Sicherheit achtet, riskiert Malware oder ähnliches Schäden am Blog. Die vielen Plugins sind das größte Sicherheitsproblem, da diese nicht getestet und geprüft werden. Von veralteten und nicht mehr aktualisierten Plugins ganz zu schweigen.

Die Entwickler von WordPress sind sich dessen aber bewusst und bringen regelmäßig Sicherheitsupdates heraus. Zudem war auch die Entscheidung für automatische Updates sicher richtig.

Ebenso soll in Zukunft auch das Plugin-Verzeichnis anders organisiert werden.


Haben neue Content Management Systeme eine Chance?

Es gibt immer wieder interessante neue Content Management Systeme, aber die haben es schwer.

Sie bringen zwar einige Verbesserungen mit, leiden aber meist darunter, dass sie eben noch nicht sehr verbreitet sind. Deshalb gibt es nur wenige Plugins und es kennen sich auch noch nicht so viele Leute damit aus.

Das ist natürlich gerade für Website-Betreiber, die technisch nicht so versiert sind, ein Nachteil. WordPress ist deshalb da oft die erste Wahl.

Zudem ist es bei einem neuen CMS mit der Zukunftssicherheit auch so eine Sache. Wer weiß schon, ob ein neues CMS auch noch in 5 Jahren weiterentwickelt wird.

Ich will nicht ausschließen, dass es mal wieder ein CMS schafft in die Phalanx der Großen einzubrechen, aber leicht wird es nicht.


Fazit

Die Zukunft im Web scheint WordPress zu sein. Der Trend ist stabil und wird sich wohl auch in Zukunft fortsetzen.

Wie seht ihr diese Entwicklung und was erwartet ihr von der CMS-Zukunft?

Bild von Peer Wandiger
Peer Wandiger
Studium der BWL und langjährige Arbeit in einem mittelständischen Unternehmen. Seit 2006 selbständig als Webentwickler und Website-Betreiber, 2007 Gründung von Selbständig im Netz.

Wer wir sind und wie wir arbeiten. In unserem Büro im Zentrum von Köln arbeiten ausgebildete Redakteur/innen an der Ausarbeitung erstklassiger Inhalte, auf die du dich verlassen kannst. Sämtliche Artikel werden nach dem Vier-Augen-Prinzip publiziert: Nach Fertigstellung der Rohfassung werden die Texte von (mindestens) einem/r anderen Redakteur/in auf orthografische und inhaltliche Richtigkeit hin überprüft.

Diese Seite ist ein Angebot der 4pub GmbH mit Sitz in Köln. Wir haben uns auf den Betrieb hochwertiger redaktioneller Online-Portale spezialisiert und berichten stets redaktionell unabhängig.