Remarketing oder Retargeting: Wo genau liegt eigentlich der Unterschied?

Remarketing oder Retargeting: Wo genau liegt eigentlich der Unterschied?Schonmal von den Begriffen Remarketing und Retargeting gehört?

Beides sind effektive Werbemethoden, die aber allzu oft in einen Topf geworfen werden.

Dabei meinen sie in Wahrheit gar nicht dieselbe Methode, sondern es sind zwei unterschiedliche Herangehensweisen, die auch ganz anders funktionieren.

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Remarketing oder Retargeting?

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Wo genau die Unterschiede zu finden sind, soll dieser Beitrag klären.

Heute möchte ich nämlich ein paar Grundlagen des Online-Marketing vermitteln und dazu gehört, dass ihr wisst, was es mit den Methoden auf sich hat.

Auch deshalb, weil die DSGVO für viele Veränderungen in diesem Bereich gesorgt hat. Doch darüber sprechen wir am Ende noch einmal etwas ausführlicher.

Was genau ist Remarketing?

Remarketing funktioniert im Grunde genommen recht simpel. Über einen Code bzw. Zählpixel auf der eigenen Website (oft auch als Ad Tag bezeichnet), wird ein Besucher erkannt.

Dieser Nutzer wird nun verfolgt, um mehr über ihn herauszufinden.

  • Welche Seiten schaut er sich an?
  • Wonach sucht er?
  • Was sind seine Interessen?
  • Lässt er sich vielleicht sogar bestimmten Produkten oder Altersgruppen zuordnen?

Je genauer das gelingt, desto besser für das Remarketing.

So oder so gelangt der jeweilige Nutzer anschließend in eine Remarketing-Liste. Bei Google Ads nennt sich das Ganze Zielgruppenliste, die über die Zielgruppenverwaltung erstellt werden kann. Mit diesen Listen wird dann gesteuert, wer was angezeigt bekommt.

Wer beispielsweise nach Bürostühlen sucht, dem könnten fortan überall Bürostühle präsentiert werden. Wer einen Drucker angesehen hat, ihn aber nicht kauft, könnte im Remarketing eine Anzeige ausgespielt bekommen, wo der Drucker inklusive Rabatt vorgeführt wird. Dann wird er eventuell doch noch zum Kunden.

Möglichkeiten gibt es im Remarketing viele, aber ich denke, ihr versteht, worauf es hinausläuft.

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Und was ist dann Retargeting?

Beim Retargeting handelt sich nicht um ein allzu gezieltes Bewerben, sondern eher darum, möglichst alle zu erreichen, die schon einmal auf eurer Website waren. Es geht also nicht um Marketing und den Verkauf von speziellen Produkten, sondern schlichtweg darum, sämtliche Benutzer zu erfassen, die euch und eure Website bereits kennen.

Die Technik basiert dabei auf denselben Grundlagen wie Remarketing, also Cookies und Zählpixel, welche die jeweilige Person tracken. Auf einer anderen Website sieht der Benutzer dann Werbung, die ihn mittels Retargeting zu eurer Website weiterleitet. Ein ganz einfaches System.

Unterschied zwischen Remarketing und Retargeting

Die Unterschiede sind simpel, aber recht deutlich. Beim Remarketing geht es meist darum, einen Nutzer gezielt auf ein Produkt oder eine Website zu leiten. Dazu werden sogenannte Remarketing-Listen erstellt, die verschiedene Interessen und Nutzergruppen zusammenfassen. Remarketing dient also ganz klar dem Ziel, genau zu wissen, wie das Nutzerverhalten aussah, um daraufhin sehr exakt sagen zu können, für was sich der Besucher interessiert.

So ist es im Remarketing problemlos möglich, für die verschiedenen Nutzergruppen auch verschiedene Anzeigen zu erstellen. Besucher, die sich dann eine Unterseite zur Pizza angesehen haben, bekommen beispielsweise ein Pizza Banner. So kann extrem genau geworben werden.

Beim Retargeting hingegen geht es deutlich vereinfachter zu. Hier geht es nicht so sehr um das gezielte Bewerben als vielmehr darum, alle Besucher zu tracken, die sich jemals für eure Website interessiert haben.

Der Unterschied von Remarketing und Retargeting liegt also in der Raffinesse der Methoden. Oder in ihrem Anspruch. Remarketing möchte Nutzerinteressen erkennen und diese gezielt bewerben. Retargeting hingegen möchte nur die Nutzer ermitteln, ist also weitaus weniger komplex.

Die Sache mit dem Datenschutz (DSGVO)

Als dann die DSGVO kam, war der Spaß erst einmal vorbei. Ohne Zustimmung gab es auch kein Tracking mehr. Außerdem führten einige Browser Funktionen gegen sogenannte 3rd Party Cookies ein. Im Grunde wurde die Welt der Marketer etwas schwieriger, weil plötzlich der Datenschutz eine Rolle spielt. Der war vorher oft absolut kein Thema.

Unklar war und ist, inwieweit Remarketing oder Retargeting dem »berechtigten Interesse des Website-Betreibers« entspringt, welches laut DSGVO derartige Ausnahmen erlaubt. In der DSGVO gibt es aber auch ein Schutzinteresse für die eigenen Nutzer, was dann wiederum gegen den Einsatz von Remarketing und Retargeting sprechen würde.

Zum Standard geworden sind seit Inkrafttreten der DSGVO Cookie-Banner, die vorab eine Zustimmung einholen. Trick 17 ist aktuell die Zustimmung für alle Cookies und Methoden farblich zu markieren, während die technisch notwendige Maßnahmen lediglich mit einem Textlink abgespeist werden. Ein unseriöses Vorgehen, welches für viele aber die wohl sicherste Methode darstellt, um weiterhin sämtliche Einwilligungen der Nutzer zu erhalten.

Schlussendlich ist noch nicht ganz klar, wie und wo Remarketing und Retargeting erlaubt sind. Ohne Zustimmung der Nutzer scheint derzeit eh nichts zu gehen. Mehr zur DSGVO findet ihr hier. Dort erfahrt ihr dann, was und wie ihr für eure Website nutzen solltet.

Prinzipiell sind die Services, die Remarketing und Retargeting anbieten, zudem problematisch zu betrachten, weil sie meist aus den USA stammen. Egal ob Facebook, Criteo, Google oder andere, sie alle haben ihren Sitz innerhalb der USA und das ist in Bezug auf die DSGVO von Bedeutung, auch weil gerade erst der Privacy Shield gekippt wurde. Ich bin aber weder Anwalt noch Datenschutzexperte und weise daher nur auf diese Besonderheiten hin.

Fazit zum Remarketing und Retargeting

Wer online etwas verkaufen möchte oder seinen Nutzer etwas bietet, was zu bewerben es wert ist, der konnte mit Remarketing bislang sehr effektiv dafür sorgen, dass einmal interessierte Besucher auch wieder zum Produkt zurückfanden. Das ging teilweise sogar so weit, dass abgebrochene Warenkörbe dafür sorgten, dass überall das fast bestellte Produkt präsentiert wurde, oft zum günstigeren Preis, um noch einmal zu versuchen, den Besucher in einen Kunden zu verwandeln.

Die DSGVO hat hier erst einmal einen Riegel vorgeschoben. Dann aber wurde klar, es geht immer noch. Die meisten versuchen, mit entsprechenden Zustimmungen dafür zu sorgen, dass Nutzer beim Betreten einer Website einfach allen Marketingmaßnahmen zustimmen müssen. Darunter fällt dann eben in der Regel auch das Remarketing.

Im Beitrag wollte ich aber vor allem die Unterschiede vermitteln, denn oft wird Remarketing und Retargeting in einen Topf geworfen, obwohl es zwei unterschiedliche Methoden sind.

Nutzt ihr diese Methoden und was hat sich ggf. mit der DS-GVO geändert?

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3 Gedanken zu „Remarketing oder Retargeting: Wo genau liegt eigentlich der Unterschied?“

  1. Ich halte beide Massnahmen langfiristig für ziemlich gefährlich für die Werbeindustrie. Wenn ich mich in meinem persönlichen Bekanntenkreis umhöre – das sind alles ganz gewöhnliche Menschen, die nix mit Marketing am Hut haben – höre ich fast immer, dass sie sich im Internet von der Werbung verfolgt, bedrängt und fast schon genötigt fühlen.

    Auch mir ergeht das so. Was auch der Grund dafür ist, dass ich mich letztlich für einen Adblocker entschieden habe, obwohl ich eigentlich richtig finde, wenn Content-Ersteller mit Werbung auch was verdienen können.

    Darüber hinaus frage ich mich, ob das auch wirklich funktioniert. Mit kontextbasierten Google Anzeigen habe ich früher viel mehr verdient als mit den notigenden Anzeigeformaten.

    Was mir auch einleuchtet. Ich habe schon oft zb. einen Flug nach Bangkok gesucht und ihn schliesslich bei der Konkurrenz gebucht. Obwohl ich den Flug längst hatte, wurde mir noch ein Monat lang genau das angeboten, was ich längst hatte.

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