Braucht man eine Krankenversicherung?

„Brauche ich eine Krankenversicherung?“, „Eine Krankenversicherung ist mir zu teuer“, „Das ist doch alles Abzocke“ und ähnliches liest man immer wieder im Internet.

Gerade junge Existenzgründer und Selbständige sehen in der Krankenversicherung nur einen unnötigen monatlichen Kostenfaktor und möchten am liebsten darauf verzichten.

Doch ist das möglich oder braucht man eine Krankenversicherung?

Krankenversicherungs-Pflicht

Seit dem 1. April 2007 gibt es in Deutschland eine Krankenversicherungspflicht. Seit dem 1.Januar 2009 müssen alle Bürger in einer privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung versichert sein.

Dies war vorher nicht so, was dazu führte, dass im Mai 2003 188.000 Menschen in Deutschland nicht krankenversichert waren. Für 2007 wurde damals eine Zahl von rund 400.000 geschätzt.

Wie viel es dann 2008 waren ist nicht entscheidend. Wichtig ist die Tatsache, dass diese Personen zwar keine Krankenversicherung bezahlen wollten, aber im Notfall natürlich trotzdem behandelt werden wollen.

Auch wenn der Grund „wirtschaftliche Zwänge“ für den Verzicht auf die Krankenversicherung teilweise sicher nachzuvollziehen ist, wollte man in Deutschland vermeiden, dass es zu amerikanischen Verhältnissen kommt. Jeder sollte behandelt werden, aber dafür muss auch jeder in das Solidarsystem einzahlen.

Auch wenn es vielen nicht gefallen wird, aber seit geraumer Zeit besteht also Krankenversicherungspflicht.

Und wer denkt er könne nach der Existenzgründung für die erste Zeit ohne Krankenversicherung auskommen wird sich wundern, da man die seitdem verstrichenen Monate nachzahlen muss, samt Strafzuschlag. Das kann also ein teures Erwachen geben.

Solidarsystem Krankenversicherung

Viele ärgern sich darüber, dass sie einzahlen, aber nichts dafür zurück bekommen. Aber genau so funktioniert eine Versicherung. Und eigentlich sollten diese Personen froh sein, wenn sie die Leistung nicht in Anspruch nehmen müssen.

Eine Versicherung ist dafür da, dass 100% der Versicherten einzahlen und nur ein Teil davon dann Leistungen in Anspruch nimmt. Wenn man sieht, was eine Operation kosten kann, dann solle man froh sein, dass, wenn man schon in dieser misslichen Lage ist, die Versicherung dafür einspringt.

Operationen kosten oft tausende oder sogar zehntausende Euro. Von langen Krankenhausaufenthalten oder monatelangen Behandlungen will ich gar nicht reden. Wer will das im Notfall schon aus der eigenen Tasche bezahlen? Hinzu kommen dann natürlich auch die viele kleinen Dinge, weswegen man beim Arzt, Zahnarzt etc. vorbei schaut.

Natürlich sehe auch ich jeden Monat die Abbuchung der Krankenkasse auf meinem Kontoauszug und dieser Betrag wird langsam aber stetig mehr, trotzdem fühle ich mich für den Erstfall sicher.

Es kann jeden treffen

Denn es kann jeden Treffen. Nicht nur auf Arbeit, sondern vor allem im Haushalt oder der Freizeit. Niemand ist vor Unfällen gefeit, da man oft auch gar nicht selber Schuld ist.

Hinzu kommt natürlich auch noch die Gefahr einer Krankheit. Auch da trifft es mehr, als man als junger Mensch vielleicht annehmen mag.

Wer der Meinung ist, ihn treffe ihn schon nicht, der ist entweder naiv oder hat im Notfall ein dickes Sparbuch.

Man braucht eine Krankenversicherung

Existenzgründer und Selbständige sollten also einfach akzeptieren, dass sie um eine Krankenversicherung nicht herum kommen.

Durch die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung und der Auswahl aus unterschiedlichen Tarifen/Leistung bei der privaten KV, kann man den Leistungsumfang und damit natürlich auch den monatlichen Preis gut auf seinen Bedürfnisse und auf seine finanziellen Mittel abstimmen.

Beim Vergleich privater Krankenversicherungen kann man sehr viel Geld sparen, weshalb ihr dies unbedingt tun solltet.

Bild von Peer Wandiger
Peer Wandiger
Studium der BWL und langjährige Arbeit in einem mittelständischen Unternehmen. Seit 2006 selbständig als Webentwickler und Website-Betreiber, 2007 Gründung von Selbständig im Netz.

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