
Neben seiner anwaltlichen Tätigkeit ist Dr. Thomas Schwenke auch Betreiber von Datenschutz-Generator.de, eine Freemium-SaaS-Plattform mit über 500.000 Nutzern. Und mischt mit seinem neuen Startup certready.eu in einem milliardenschweren Markt an der Schnittstelle von KI-Weiterbildung und Legal Tech mit.
Im Selbständig im Netz Podcast erzählt Thomas,
- warum er seinen Job als Sachgebietsleiter beim Finanzamt kündigte, um nach Auckland zu reisen und dort Jura mit Schwerpunkt internationales Markenrecht zu studieren
- warum er sich nach dem Studium gegen ein sechsstelliges Einstiegsgehalt im Konzern entschied. Und wie er heute Stundensätze von 450-600 Euro erzielt
- warum Abmahnungen für ein fehlerhaftes Impressum deutlich zurückgegangen ist – und was Anwälte jetzt im Visier haben
- warum er selbst programmiert
- wie KI sein Berufsfeld grundlegend verändert
- was für einen Schulungsbedarf die KI-Verordnung für Unternehmen bedeutet. Und wie er diese Gelegenheit mit Certready ergreift
- warum er lieber das Recht verwaltet als Mitarbeitende
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- Wie genau kamen erfolgreiche Selbständige dahin, wo sie sind?
- Was für Fehler haben sie unterwegs gemacht?
- Wie organisieren sie sich und ihre Arbeit?
- Was für Tools und Techniken – mit und ohne KI – kommen zum Einsatz?
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Geschichte, Gründer, Angebot

Nach seinem dualen Studium schlug Thomas zunächst eine klassische Beamtenlaufbahn ein, als Sachgebietsleiter im Finanzamt.
Schnell merkte er, dass Hände schütteln und Formalia nicht sein Ding ist. Und zog Konsequenzen: Er kündigte, verkaufte Haus und Besitzstand und ging nach Neuseeland. Für ein Jura-Studium im Bereich IP Law (internationales Markenrecht/Urheberrecht).
Zurück in Deutschland winkten Einstiegsjobs im sechsstelligen Euro-Bereich. Wohl nirgendwo sonst steigen Absolventinnen und Absolventen mit halbwegs guten Noten so hoch ein wie in Wirtschaftskanzleien und entsprechenden Positionen in Konzernen und Beratungen.
Trotzdem ließ sich Thomas sofort als Rechtsanwalt nieder. Nach der Erfahrung im Finanzamt wollte er auf jeden Fall alles in seinen eigenen Händen haben.
Allerdings ohne gegenüber einer Konzernkarriere Einbußen beim finanziellen zu haben. Was ihm mit heutigen Stundensätzen von 450-600 Euro durchaus gelungen ist.
Heute ist Dr. Thomas Schwenke einer der renommiertesten deutschen Rechtsanwälte rund um die Themen Datenschutz, Urheberrecht und Online Marketing. Natürlich kamen hier zuletzt auch viele KI-Themen hinzu.
Thomas nimmt keine privaten Fälle an, er arbeitet ausschließlich mit Unternehmen und Selbständigen. Das ist deutlich lukrativer, weil es hier eine Entkopplung von der Gebührenverordnung und von Streitwerten gibt.
Neben seiner anwaltlichen Tätigkeit betreibt Thomas mit dem Datenschutz-Generator auch noch ein SaaS-Tool mit mehr als 500.000 Nutzern. Dabei handelt es sich um ein Freemium-Geschäftsmodell: Für Privatpersonen und Kleinstunternehmen ist der Zugriff kostenlos, für den kommerziellen Bereich gibt es verschiedene Premium-Pakete.
Dazu hat Thomas gerade mit Certready ein KI-Legal-Tech-Startup mitgegründet. Certready bietet Unternehmen eine Kompetenzschulung ihrer mit KI arbeitenden Angestellten nach KI-VO Art. 4 – ein potenzieller Milliarden-Markt.
Dabei hat er aber nie das Ziel aus den Augen verloren, sich eine Selbständigkeit nach seinen eigenen Regeln zu gestalten. Um auch mal bis 12 Uhr schlafen und sich seinen Arbeitsplatz mit seinen drei Katzen teilen zu können.
Thomas unterhält ein kleines Büro mit drei Mitarbeitenden, hat sich aber bewusst gegen die Einstellung weiterer Fachkräfte entschieden, wie es viele andere Kanzleien in seinem Themenfeld machen. „Ich will Recht verwalten, keine Menschen“.
Learnings & Analyse
Die wichtigsten Takeaways:
Wo Online-Selbständige heute aufpassen müssen. Über 90 Prozent der deutschen Websites haben nach Meinung von Dr. Thomas Schwenke einen oder mehrere Rechtsverstöße. „Datenschutz ist ein Prozess, der auf Bemühen aufgebaut ist.“
Häufig geht es um Wahrscheinlichkeiten, wie beim letzten größeren Abmahn-Thema „Google Fonts“ oder auch bei in vielen Fällen erforderlichen Datenschutzhinweisen vor allen eingebundenen Videos (siehe auch den Podcast mit Philipp Roth).
Abmahn-Wellen sind seltener geworden, durch ein erhöhtes Bewusstsein von Webmastern für Bildrechte & Co. (und neuerdings auch KI-Tools) und durch Gesetzesänderungen. So können bei einer Abmahnung für ein fehlerhaftes Impressum seit einigen Jahren keine Anwaltskosten mehr geltend werden, was das gesamte „Geschäftsmodell“ über Nacht trockenlegte.
Heute kommen am häufigsten datenschutzrechtliche Abmahnungen vor. Schwarze Anwaltsschafe scannen Website nach gesetzten Cookies, für die sie keine Einwilligung gegeben haben, und stellten recht moderate Schadensersatzforderungen von wenigen Hundert Euro an die Betreiber. Mit dem Ziel, dass eher bezahlt als kostspielige anwaltliche Hilfe hinzugezogen wird.
Kombiniere dein spezifisches Skillset mit KI. Unzählige Use Cases und Geschäftsmodelle für KI warten darauf, entdeckt zu werden. Die größten Erfolgschancen hast du,wenn du deine Kenntnisse und Erfahrungen mit den neuen Möglichkeiten kombinierst.
Bei Thomas gilt das zunächst einmal fürs Kerngeschäft. Er ist überzeugt davon, dass KI seinen Berufsstand enorm verändern wird. Standard-Anfragen werden künftig über Chatbots beantwortet.
Umso komplexer die Sachverhalte sind, desto wichtiger ist und bleibt aber absolute Rechtssicherheit. Wie sie zumindest auf absehbare Zeit nur ein Anwalt wie Dr. Thomas Schwenke gewährleisten kann – der auf seiner Seite natürlich ebenfalls unterstützende KI-Tools einsetzt. Allerdings eher für Hilfstätigkeiten wie Recherche und Korrekten, und nicht ohne sie mit seiner Expertise zu prüfen.
Auch das Geschäftsmodell von Thomas‘ neuem Legal-Tech-Startup CertReady hat wenig natürlichen Burggraben: „Jeder kann jeden schulen“, dafür braucht es keinen promovierten Anwalt. Mit seinem Namen und seiner Reputation wertet er das Portal aber auf, stellt Unterscheidbarkeit her und erleichtert das Marketing.
Thema vs. Strukturen – sei ehrlich zu dir. Der Aufbau eines Unternehmens bringt viele Notwendigkeiten mit sich. Neben Einschränkungen bei der freien Zeit und der Notwendigkeit, eher an Strukturen zu arbeiten als an fachlichen Themen, ist das die Verantwortung für andere Menschen.
Dr. Thomas Schwenke hat schon früh in seiner Karriere für sich erkannt, dass er sich an liebsten in seine anwaltlichen Themen eingräbt. „Mir macht es keinen Spaß, ständig Menschen zu motivieren oder mit Menschen zu reden“. Eine Reflektion, die beim Wunsch nach Wachstum häufig zu kurz kommt.
Der unfaire Vorteil für dein Online Business
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