Steady: 5 große deutsche Paid Communitys (> 51.000 Euro/Monat)

Die Bezahlung der eigenen Arbeit durch Mitgliedsbeiträge gilt als Königsweg fürs Online Geld verdienen mit redaktionellen Inhalten. Diese deutschen Medienangebote zeigen, wie vielfältig die Wege zur Paid Community sein können.

Steady​ ist deutscher Marktführer für die Monetisierung deiner Inhalte. Du kannst dort deinen Podcast, deinen Newsletter oder dein Online-Magazin mehr oder weniger weit hinter eine Bezahl-Schranke ziehen und teilweise auch direkt dort hosten.

Im Vergleich zur mit viel Wagniskapital ausgestatteten US-Konkurrenz (primär ​Patreon​ und ​Substack​, aber zunehmend auch neue Player wie ​Beehiiv​ und ​Kit​) punktet Steady mit Lokalisierungen bei Zahlungsoptionen (Stichwort: SEPA), Datenschutz und Rechnungsstellung.

Aber auch das große deutschsprachige Ökosystem ist ein Pluspunkt. Bei Steady-Newslettern kommen 30 Prozent der neuen Abonnenten über andere Steady-Newsletter.

Neben Medienmarken wie Titanic und Podcast.de gibt es bei Steady mehr als 2.000 unabhängige Content Creators, die mehr 100 Euro pro Monat verdienen. Spannend: Je nach Einstellung durch den Creator ist öffentlich einsehbar, wie viele zahlende Follower ein Projekt hat und teilweise auch wie hoch die Gesamteinnahmen sind.

Geld verdienen mit Mitgliedern: Von Rezepten bis Popkultur

Im Folgenden findest du 5 große deutsche Paid Communitys mit dem exakten oder approximierten Verdienst allein über Steady.
Dabei handelt es sich in der Regel nur um eine von mehreren Verdienstsäulen der jeweilen Projekte (neben Werbung, Merch, Ticketverkäufe, Digitale Produkte, …). Aber oft um eine besonders relevante, weil es wiederkehrende und damit gut planbare Erlöse sind.

Stay Forever​ – 51.487 Euro pro Monat

3.345 Mitglieder unterstützen den Podcast über Retrogames über Steady mit 25.231 Euro pro Monat. Weil der Podcast parallel zu Steady auch Patreon einsetzt, sind die realen Mitgliedseinnahmen deutlich höher: Über Patreon kommen aktuell noch einmal 26.256 Euro durch 4.425 zahlende Mitglieder hinzu (Patreon-Seite).

Für 5-15 Euro monatlich gibt es unter anderem exklusive Folgen. Daneben verzichtet der Podcast bewusst auf Sponsoren und Werbung.

Übermedien​ – mehr als 43.818 Euro pro Monat

Das Medienmagazin von Bildblog-Gründer Stefan Niggemeier hat einen Teil seiner Artikel hinter die Steady-Paywall gezogen.
7.303 Mitglieder bezahlen 6-20 Euro pro Monat vornehmlich für einen Vollzugriff und einen exklusiven Newsletter.

Auch hier sind die Einnahmen nicht exakt angegeben, liegen aber bei mindestens 43.818 Euro. Die größeren Mitglieder-Pakete bieten wenig Mehrwert über “Du unterstützt uns noch mehr”, die realen Steady-Einnahmen liegen damit vermutlich im Bereich 50.000 bis 60.000 Euro.

Auf ein Bier​ – 39.679 Euro pro Monat

Das “erste Spielemagazin zum Hören” gibt seinen 6.291 Mitgliedern für eine Gebühr von 1-10 Euro Zugriff auf exklusive Folgen und das komplette Archiv. Laufende Einnahmen jeden Monat allein über Steady: 39.679 Euro.

Kack & Sachgeschichten​ – 32.863 Euro pro Monat

Der Popkulturpodcast verdient aktuell exakt 32.863 Euro pro Monat durch 7.563 Mitglieder allein über Steady. Je nach Mitgliedschaft (4,50 Euro bis 27 Euro monatlich) gibt es dafür Werbefreiheit, Mitspracherecht bei der Themenwahl und Merch.

​Plötzblog & Brotschau​ – mehr als 28.420 Euro pro Monat

Der 15 Jahre alte Rezepte-Blog hat nach eigenen Angaben die größte Rezeptsammlung zum Backen mit Hefe und Sauerteig im deutschsprachigen Raum. Für den Vollzugriff aufs Angebot braucht es eine kostenpflichtige Mitgliedschaft.

7.105 Mitglieder zahlen aktuell monatlich 4-16 Euro, die genaue Summe ist nicht publik. Selbst wenn alle Mitglieder das kleinste Paket hätten, ständen für den Blogger schon knapp 30.000 Euro pro Monat über Steady zu Buche. Tatsächlich werden sich die Einnahmen im Bereich 50.000 Euro bis 70.000 Euro pro Monat bewegen.

Learnings: Der Schein kann trügen

Was kannst du aus den Zahlen lernen? Podcasts lassen sich am besten durch Mitglieder finanzieren, die Bindung scheint hier besonders groß. Thematisch gibt es eine breite Streuung, von Information bis Unterhaltung. Aber immer mit viel persönlicher Färbung durch die Content Creators.

Beim Medium ist zu berücksichtigen, dass Steady bei Paid Podcasts einige besondere Stärken gegenüber der US-Konkurrenz hat (wie exklusive Premium-Feeds für Spotify & Co.) und darum überproportional häufig dafür genutzt wird.

Dazu sind Podcasts extrem schwer zu wachsen. Gerade wenn sie für sich stehen und nicht über bestehende große Marken-Kanäle (Newsletter, Website) Reichweite herübergezogen werden kann. Die oben gelisteten Podcasts sind zwischen 9 und 15 Jahre alt.

Ein Newsletter bietet hier deutlich mehr Spielraum zum schnellen Wachstum und viele weitere Möglichkeiten zur Monetarisierung. Nicht umsonst ist das wohl dynamischste deutsche Medien-Startup ​Table.Media​ ein Paid Newsletter Business (Fachbriefings für 150 Euro pro Monat zu Themen wie Sicherheits- oder Nachhaltigkeitspolitik).

Wenn du selbst ein Newsletter Business starten willst: Beim Newsletter ToolKit​ – wo auch der Selbständig im Netz Newsletter erscheint – musst du bis 10.000 Abonnenten keinen Cent bezahlen. ​Zur Anmeldung​.

Wir haben uns mit Steady-Chef Sebastian Esser anderthalb Stunden darüber unterhalten, wie Content Creators am besten regelmäßige Mitglieder-Gebühren erzielen und in welcher Nische und über welchen Kanal (Spoiler: Newsletter) die größten Chancen bestehen. Der Selbständig im Netz Podcast (SpotifyApple PodcastYoutube) dazu erscheint in Kürze.

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Johannes Haupt

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