Was ich von über 70.000 Blog-Kommentaren gelernt habe

Was ich von über 70.000 Blog-Kommentaren gelernt habeMehr als 70.000 Kommentare gibt es mittlerweile hier auf „Selbständig im Netz“ und täglich kommen neue hinzu.

Was ich von diesen gelernt habe und welche Tipps ich euch dazu geben kann, erfahrt ihr im Folgenden.

Natürlich würde ich mich freuen, wenn ihr zahlreich kommentiert und eure Meinung und Erfahrung dazu schildert.

Mehr als 70.000 Kommentare

Aktuell sind es 71.135 genehmigte Kommentare, die auf selbstaendig-im-netz.de erschienen sind. Ungleich mehr wurden automatisch oder von mir manuell als Spam gelöscht.

Es ist aber schon eine beeindruckend Zahl. Wenn ich mir überlege, dass 70.000 Menschen (okay, es gibt natürlich einige User, die diverse male kommentiert haben und meine Kommentare sind da auch dabei) sich hingesetzt und eine Kommentar verfasst haben, ist das schon eine tolle Sache. Pro veröffentlichtem Artikel sind das im Schnitt knapp 15 Kommentare.

Aber Kommentar ist nicht gleich Kommentar und mit den Jahren konnte ich doch einiges von den vielen Kommentaren in meinem Blog lernen.

Was ich von über 70.000 Kommentaren gelernt habe

So viele Kommentare gelesen und teilweise beantwortet zu haben führt natürlich dazu, dass man davon einiges lernt.

Im Folgenden liste ich 10 Erkenntnisse auf, die ich aus über 70.000 Kommentaren gewonnen habe.

  1. Nur ein Bruchteil kommentiert

    Gerade Einsteiger zweifeln oft, da sie in der ersten Zeit so gut wie keine Kommentare bekommen. Ich kann euch beruhigen, das ist ganz normal. Nur ein Bruchteil der Besucher kommentiert die Beiträge.

    Bei insgesamt rund 15 Millionen Besuchern bisher auf „Selbständig im Netz“, wirken 70.000 Kommentare schon gar nicht mehr so viel. Zieht man davon nun auch noch meine Kommentare ab, sind wir vielleicht bei rund 65.000. Das bedeutet, dass nur 0,4% der Besucher einen Kommentar hinterlässt.

    Das ist wirklich nicht viel, aber es deckt sich mit meinen Erfahrungen auf anderen Blogs und auch mit denen, die man im Internet so liest.

    Macht euch also keine Sorgen, wenn ihr in der ersten Zeit nicht so viele Kommentare habe, das ist leider normal.

  2. Kommentare forcieren

    Will man mehr Kommentare haben, so muss man aktiv dafür etwas tun. Das bedeutet, dass man z.B. im Artikel die Leser dazu auffordert Feedback zu geben.

    Noch besser funktioniert das, wenn man Fragen im Artikel stellt oder kontroverse Themen aufgreift und damit den Nerv der Leser trifft. Auch besonders hilfreiche und tolle Inhalte werden eher kommentiert.

    Auf jeden Fall muss man aktiv dafür etwas tun, denn dann steigt nach meiner Erfahrung die Zahl der Kommentare.

  3. Kommentare sind eine Goldgrube

    Für Blog-Inhaber sind die Kommentare der Leser eine wahre Goldgrube. Deshalb sollte man diese nicht nur überfliegen und moderieren, sondern wirklich lesen.

    Ich habe schon viele Artikelideen durch Kommentare von Lesern bekommen. Da häufig Anfänger Fragen stellen oder bestimmte Aspekte, an die man selbst gar nicht gedacht hat, angesprochen werden, führt das zu nützlichen und ergänzenden Artikeln.

    Wer also die eigenen Blog-Inhalte noch besser auf die Zielgruppe zuschneiden will, sollte auf jeden Fall die Kommentare in seinem Blog aufmerksam lesen.

  4. Direkter Draht zu den Lesern

    Als Blogger steht man mit seiner eigenen Person weit mehr im Mittelpunkt, als bei vielen anderen Websitearten. Eine Community aufzubauen ist deshalb wichtig und die Kommentare helfen dabei. Man hat dadurch einen direkten Kontakt zu vielen Lesern, im ansonsten doch recht anonymen Internet.

    Deshalb ist es wichtig, dass man auf Kommentare antwortet, wenn das Sinn macht. Oft werden darin Fragen gestellt oder es ist etwas unklar. Die Chance sollte man nutzen und immer dann kommentieren, wenn es sich anbietet.

    Auf diese Weise baut man eine persönlichere Ebene auf und viele neue Leser nehmen es positiv wahr, wenn sie Kommentare vom Blogbetreiber sehen.

  5. Ein großer Teil will nur einen Backlink

    Eine weitere, ein wenig traurige, Erkenntnis aus 70.000 Kommentaren ist, dass ein großer Teil damit eigentlich nur Backlinks möchte. Das ist nun nicht grundsätzlich etwas verwerfliches, da ich für neue Websites auch auf diese Weise an ein paar Backlinks will.

    Allerdings sieht man es den meisten dieser Kommentare auch sehr schnell an, dass dies das Hauptziel ist. Dadurch haben solche Kommentare meist wenig Mehrwert, sind nur sehr kurz und tragen nicht wirklich zur Community-Bildung bei. Hier sollte man sich früh entscheiden, wie man damit umgeht.

    Bis zu einem gewissen Grad würde ich es zulassen, nur offensichtlicher Backlink-Spam sollte gelöscht werden.

  6. Wenn es was gibt …

    Eine weitere Erkenntnis ist, dass die Leute viel häufiger kommentieren, wenn es etwas gibt. So habe ich in der Vergangenheit immer wieder Gewinnspiele veranstaltet, bei denen man durch einen Kommentar teilgenommen hat.

    Das treibt einerseits die Kommentarzahlen in die Höhe, aber andererseits sind das nicht unbedingt die hochwertigsten Kommentare. Ich versuche allerdings immer bei solchen Gewinnspielen ausführliche Kommentare zu forcieren. Ich stelle dazu eine Frage, die in den Kommentaren beantwortet werden muss. Das sorgte bisher meist dafür, dass die Gewinnspiel-Kommentare einen gewissen Mehrwert enthielten, da sie Erfahrungen und/oder Tipps enthalten haben.

    Das ist auf jeden Fall besser, als wenn jeder Teilnehmer nur „Ich bin dabei“ schreiben muss, um am Gewinnspiel teilzunehmen.

  7. Wie man in den Wald hineinruft

    Ich sehe immer wieder Blogs, in denen es hitzige Diskussionen gibt, bei denen auch mal gern unter der Gürtellinie „argumentiert“ wird. Das hängt zum einen natürlich auch vom Thema ab, aber nicht nur.

    Das alte Sprichwort „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“ bewahrheitet sich auch in Blogs. Wer als Blogger aggressiv, provokativ und einfach nicht nett ist, der wird sich in der Regel auch mit solchen Kommentaren herumschlagen müssen. Wenn man dagegen als Vorbild sachlich, freundlich und nett ist, spiegelt sich das meist auch in den Kommentaren wieder.

  8. Antispan Plugins helfen

    WordPress an sich hat keine Funktion, um Spam in den Kommentaren zu verhindern. Man muss hier schon zu einem Plugin greifen.

    Auf Grund des Datenschutzes sollte man allerdings kein US-Plugin nutzen, sondern auf eine Lösung wie z.B. Antispam Bee zurückgreifen. Dieses filtert relativ zuverlässig Spam-Kommentare heraus, von denen es mehr gibt, als sich manch einer vorstellen kann.

    Man sollte aber dennoch nochmal selber drüber schauen und beurteilen, ob es sich wirklich um einen Leserkommentar handelt. Leider werden die Spammer immer besser und es gibt mittlerweile sehr gut gemachte deutsche Spamkommentare.

  9. Moderation schont die Nerven

    Viele schätzen an Blogs, dass die Kommentare einen gewissen Echtzeitfaktor haben. Das ist gerade bei brandaktuellen Themen auch durchaus von Vorteil. Allerdings beinhaltet die automatisch Freischaltung von Kommentaren auch Risiken.

    So kommen z.B. doch immer wieder mal Spam-Kommentare durch, die man dann im Nachhinein löschen muss. Noch ärgerlicher sind nach meiner Erfahrung aber Trolle, die mit persönlichen Beleidigungen und ähnlichem aktiv werden. Ich selbst habe mal diese Erfahrung gemacht, als ich gerade mit meiner Familie zum Essen unterwegs war. Leider konnte ich von dort aus nichts machen und saß wie auf Kohlen.

    Auf Grund dieser und anderer Erfahrungen habe ich mich vor ein paar Jahren entschlossen alle Kommentare zu moderieren. Das nimmt zwar ein wenig den Echtzeit-Aspekt aus den Kommentaren, aber dafür schont es extrem die Nerven und es erscheinen nur die Kommentare, die man wirklich online haben will.

    Dabei geht es übrigens nicht darum unliebsame oder kritische Kommentare zu löschen. Solange diese sachlich und fundiert sind, schalte ich diese natürlich frei. Aber Spam und offensichtliche Trolle werden von mir blockiert.

  10. Kommentare eignen sich nicht für Diskussionen

    Abgesehen von dem Aspekt der Moderation eigenen sich nach meinen Erfahrungen Blog-Kommentare generell nicht für richtige Diskussionen. Selbst wenn die Kommentare automatisch freigeschaltet werden würden, kann man als Nutzer in den Kommentaren nicht optimal mit anderen Lesern diskutieren.

    Deshalb kann es sich lohnen auf die eigene Facebook Gruppe oder das eigene Forum zu verweisen, wenn ein Thema behandelt wird, was für Diskussionsbedarf sorgen wird.

    Blog-Kommentare sind eher geeignet für Feedback und Fragen.

Meine Erfahrungen und Erkenntnisse aus den Blog-Kommentaren

Das waren also meine wichtigsten Erkenntnisse und Erfahrungen von über 70.000 Blog-Kommentaren. Ich hoffe, ihr könnt den einen oder anderen Tipp daraus mitnehmen und nutzen.

Falls ihr eigene Erfahrungen gemacht oder Tipps für andere Leser habt, dann schreibt diese bitte in die Kommentare.

Bild von Peer Wandiger
Peer Wandiger
Studium der BWL und langjährige Arbeit in einem mittelständischen Unternehmen. Seit 2006 selbständig als Webentwickler und Website-Betreiber, 2007 Gründung von Selbständig im Netz.

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