5 Tipps für den Start mit Pinterest – Pinnen mit Erfolg!

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Bilder werden von Menschen statistisch zu 94 Prozent schneller verarbeitet als Texte.

Pinterest ist ein soziales Netzwerk, das sich diesen Umstand zunutze macht. Es kann euch dabei helfen, euren Umsatz zu steigern und eure Produkte oder Dienstleistungen schneller zu erklären und zu verkaufen.

Mit Pinterest könnt ihr tausende Bilder verwalten und damit neue Kunden erreichen und ein besseres Marketing aufbauen.

Wie funktioniert eigentlich Pinterest?

Bei Pinterest steht die visuelle Kommunikation im Zentrum. Es ist ein soziales Netzwerk, in welchem Bilder und Videos hochgeladen und organisiert werden können. Diese so genannten Pins können kommentiert, favorisiert, geteilt und für das eigene Profil übernommen werden.

Pins kann man seinem Profil hinzufügen, indem man sie von der eigenen Festplatte hochlädt oder einen verweisenden URL-Link einfügt. Pinterest bietet im Übrigen auch diverse Add-ons, die beim Speichern von Bildern helfen. So gibt es für WordPress eigene Plugins, die bei Bildern automatisch einen Pinterest-Button einfügen.

Auch kann sich der Nutzer lokale Widgets herunterladen, die beispielsweise als Browser-Lesezeichen gespeichert werden können. Der Nutzer kann dann ein Bild auf einer Website markieren, indem er das Lesezeichen anklickt. Pinterest erkennt alle Bilddateien auf dieser Seite, unter denen sich der Nutzer dann das gesuchte Bild heraussuchen und auf sein Pinterest-Profil laden kann.

Der nachhaltige Mehrwert von Pins zeigt sich vor allem in der Verlinkung, denn jede hochgeladene Grafik enthält einen Backlink auf die Originalquelle. Ist ein Pin also beliebt, wird häufig geteilt und auf anderen Pinterest-Boards eingefügt, enthalten diese Boards weiterhin die Backlinks auf die originäre Quelle, beispielsweise eure Website. Bereits 2012 verursachte Pinterest dadurch einen ähnlichen Traffic wie Twitter.

Deutschland: Pinterest wandelt sich vom Geheimtipp zum Trend

Pinterest wird häufig als Kuratierungsdienst bezeichnet. Dies ist insofern auch sinnvoll und richtig, als dass bei Pinterest statistisch 60 bis 80 Prozent des Traffics so genannte Repins sind, also bereits auf Pinterest vorhandene Bilder, die von anderen Leuten geteilt und auf ihren Board gesichert werden.

Hierdurch sorgt Pinterest dafür, dass Inhalte eine große Verbreitung finden. Laut Branchendienst Alexa rangiert Pinterest so weltweit bereits auf Platz 20 bis 25 der beliebtesten Websites, in Deutschland momentan etwa bei Platz 35.

Dennoch ist Pinterest erst 2014 wirklich interessant geworden, denn laut Netzökonom konnte das Netzwerk seine Nutzerzahlen von etwa 600.000 auf über 2,1 Millionen steigern. Dadurch nähert sich Pinterest den Nutzerzahlen von Twitter, die im Oktober 2013 von BITKOM mit 3,2 Millionen beziffert wurden.

Pinterest entwickelt sich und wächst. Gerade für Unternehmen und die Werbebranche bietet dies wunderbare Möglichkeiten. Early Adopters, also Früh-Anwender, können schnell eine Marke aufbauen und sich zu einer Institution auf Pinterest mausern.

Pinterest ist weiblich

Doch wen erreicht man auf Pinterest eigentlich? Statistiken für den deutschsprachigen Raum sind leider noch Mangelware, doch laut GlobalWebIndex waren Mitte 2014 weltweit 56 Prozent der Pinterest-Nutzer weiblich. Frauen sind tendenziell eher unterrepräsentiert, was viele digitale Dienste angeht. Doch Pinterest ist weiblich dominiert. Vor wenigen Jahren lag die Nutzerquote noch bei 80 Prozent Frauen, was vor allem damit zu tun hat, dass der US-Dienst Pinterest dort vorrangig als Netzwerk für Haushalt, DIY-Basteleien (Do It Yourself) oder Partyplanung gesehen wird.

Dieser Trend von Pinterest als visuelles Notizheftchen ist gleichzeitig ein gewaltiger Vorteil für Werber, denn die potenzielle (weiblich dominierte) Kundschaft recherchiert bereits bei Pinterest nach Accessoires, Heimdeko usw..

Anfang 2014 lag Pinterest laut MEEDIA in Deutschland mit etwa 4,5 Millionen monatlichen Visits noch deutlich im Nischenbereich. Doch jede Social-Media-Strategie ist langfristig geplant: Pinterest wächst definitiv und bietet zurzeit noch wunderbare Möglichkeiten, die eigene Marke im Netzwerk zu etablieren. Somit verschafft man sich einen guten Vorsprung vor der Konkurrenz. Pinterest rangiert kaum vier Jahre nach seiner Gründung bereits in den Top 20 deutscher Netzwerke.

Das Unternehmen hat Mitte 2014 für den deutschen Markt ein eigenes Büro in Berlin eröffnet. Pinterests Deutschlandchef Jan Honsel hat erst Anfang Januar verlauten lassen, dass man 2015 das Wachstum fortsetze. Im abgelaufenen Jahr 2014 konnte Pinterest nach eigener Aussage seine Zugriffszahlen in Deutschland verdreifachen.

Kunden und Nutzern soll vor allem vermittelt werden: Pinterest ist keine Eintagsfliege, sondern gekommen, um zu bleiben.

5 Tipps für eine gute Präsenz auf Pinterest

Pinterest hat im DACH-Raum großes Potenzial, doch solltet ihr auch darauf achten, dieses Netzwerk sicher und kompetent zu nutzen. Obwohl Pinterest momentan zu großen Wachstumssprüngen ansetzt, ist es dennoch kein Selbstläufer. Es gilt folgende fünf Tipps zu beachten, damit das Pinterest-Profil auch ein Erfolg wird:

  1. Website verifizieren
    Pinterest bietet Unternehmensprofilen nach der Registrierung die Möglichkeit, über einen Codeschnipsel die eigene Website zu verifizieren. Habt ihr das getan, erscheint daraufhin ein Häkchen neben der Website im Profilkopf. Ähnlich wie die „Verified Pages“ bei Facebook dient das vor allem dem Vertrauensaufbau der Nutzer in die Marke.
  2. Spannende Inhalte und tolle Bilder pinnen!
    Eigentlich sollte das klar sein: Die Inhalte sollten zum Profil passen, denn sonst verschreckt ihr euch eure Fans. Hier sind Freiberufler mit grafischen Inhalten im Vorteil. Der Fotograf kann Arbeitsproben einstellen, der Designer anschauliche Tipps in Form von Infografiken hochstellen oder der Künstler seine Fans am Schaffensprozess seiner Bilder teilhaben lassen.Doch auch andere Selbstständige und Unternehmer können Pinterest nutzen. Ein Marketing-Berater kann aus seiner Pinterest-Profilseite ein spannendes Portfolio machen, indem er seine Arbeit visualisiert. Ein Übersetzer kann mit Typografie arbeiten, ein Tonkünstler kann kurze Audioclips hochstellen, die ein befreundeter Grafiker illustriert, so dass beide voneinander profitieren.

    Es gibt viele Möglichkeiten, über Bilder und Grafiken zu kommunizieren. Selbst der Sprachwissenschaftler kann hier einsteigen und bildhaft zeigen, wie sich Schrift entwickelt hat. Denn unsere heutigen Buchstaben waren früher auch Bilder.

  3. Auch andere repinnen!
    Nicht immer so selbstsüchtig sein. Nach der 5:3:1-Regel sollte der Großteil eurer Inhalte aus anderen Quellen stammen. Hier müssen natürlich die Urheberrechte beachtet werden!Nach der Regel sollen im Schnitt 5 Beiträge von anderen sein, 3 Beiträge eure eigenen Inhalte sein und ein Beitrag darf dann auch werbend sein.

    Bei Pinterest sollte es aber, wie generell bei sozialen Medien, vor allem um das Miteinander und das Teilen gehen.

  4. #Taggen
    Ähnlich wie bei Twitter und Facebook könnt ihr auch bei Pinterest interessante Inhalte markieren und mit einem Hashtag versehen. Gerade bei Bildinhalten ist ein gutes Tagging wichtig, denn wo Suchmaschinen bei Texten noch Schlüsselwörter erkennen können, sind Bilder einfach nur Dateinamen ohne viel Inhalt.Man sollte das Taggen nicht übertreiben, doch bei Pinterest dürften auch mal mehr als die bei Twitter empfohlenen zwei Hashtags gesetzt werden.
  5. Quellen verlinken
    Nicht nur höflich, sondern wichtig für euer Marketing ist das korrekte Verlinken. Bei fremden Inhalten verweist ihr so auf die Originalquelle (merkt zur Sicherheit noch an, dass der Inhalt nicht eurer ist und ihr ihn nur aus Interesse teilt).Sind die Bilder aber beispielsweise aus eurem Onlineshop, dann ist der Quellenlink überlebenswichtig, denn wenn der potenzielle Kunde interessiert ist, findet er über den Link sofort die richtige Website.

Urheberrecht beachten

Ganz wichtig ist natürlich, das deutsche Urheberrecht zu beachten. Neben all den Vorteilen und Möglichkeiten des Netzwerkes, ist Pinterest ein US-Unternehmen, welches sich nicht an deutsches Urheberrecht halten muss. Ihr aber seid deutsche Nutzer, die sich an deutsche Gesetze halten müssen. (Gleiches gilt natürlich für alle anderen Länder.)

Stellt beim Hochladen von Bildern sicher, dass ihr das Recht dazu habt. Das bedeutet, dass die Bilder von euch stammen, ihr die Erlaubnis zur Nutzung habt oder die Bilder keinen Rechten mehr unterliegen und frei verwendet werden dürfen.

Das rechtliche Problem mit Pinterest in Deutschland ist, dass das Urheberrechtsgesetz (UrhG), Telemediengesetz (TMG) und verschiedene Urteile vorschreiben, dass ein einfacher Link zur Quelle häufig nicht ausreicht, sobald Bilder geschäftlich oder geschäftsmäßig verwendet werden. Generell lässt sich sagen: Sobald ihr mit den Bildern (auch indirekt) Geld verdient, müsst ihr aufpassen.

Sobald ihr das Pinterest-Profil irgendwie beruflich nutzt, sei es für Werbung oder als Arbeitsprobe, müsst ihr sicherstellen, dass die Bilder von euch stammen. Ähnlich wie bereits viele Vorschaubilder bei Facebook abgemahnt wurden, kann es bei Pinterest ähnlich sein. Häufig reicht bereits eine informelle Anfrage beim Rechteinhaber, um unangenehme Rechtssituationen zu vermeiden.

Nutzt als sicherste Variante nur eure eigenen oder für euch linzenzierte Inhalte. Alternativ könnt ihr natürlich auch die Public Domain bzw. Creative Commons nutzen.

Videos sind rechtlich einfacher, zumindest bei Verlinkungen. Kopiert ihr ein YouTube-Video in euer Pinterest-Profil, stellt Pinterest nur einen Link zu YouTube her und damit zur Originalquelle. Seit einem Urteil des EuGH im Oktober 2014 (Az. C-348/13) ist diese Verwendung erlaubt. Sobald ihr die Videos aber kommerziell nutzt, ist natürlich eine Einverständniserklärung des Rechteinhabers notwendig.

Autor

Als Schrift-Architekt berät und betreut Christian Allner seit 2011 kleine und mittelständische Unternehmen aus der Metropolregion Mitteldeutschland. Er arbeitet zu Social Media, Marketing, Onlinerecht und spannenden digitalen Themen im deutschsprachigen Raum mit Fokus auf Tumblr, Pinterest und andere Geheimtipps.

Parallel zu seinen konsultativen Dienstleistungen organisiert er mit regionalen Bildungsträgern auch unterhaltsame Seminare und Workshops.

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Bild von Gastautor/in Christian Allner
Gastautor/in Christian Allner
Studium der BWL und langjährige Arbeit in einem mittelständischen Unternehmen. Seit 2006 selbständig als Webentwickler und Website-Betreiber, 2007 Gründung von Selbständig im Netz.

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