Es gibt eine Menge Dinge in denen sich eine Selbständigkeit von dem Leben als Angestellte/r unterscheidet.
Der vielleicht wichtigste Unterschied ist die richtige Einstellung zur Selbständigkeit.
Genau daran scheitern viele Selbständige. Ich schaue mir heute mal an, was die richtige Einstellung für Selbständige ausmacht und woran viele scheitern.
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Selbständigkeit ist zwar laut Studien für viele Deutsche mittlerweile eine mögliche Alternative zur Arbeitslosigkeit, aber damit fangen die Probleme eigentlich schon an.
Denn die Selbständigkeit sollte weder ein Notfallplan im Falle einer Arbeitslosigkeit sein, noch haben viele Deutsche die richtige Vorstellung bzw. die richtige Perspektive, wenn sie an die Selbständigkeit denken.
Wenn ich mit Angestellten spreche, dann höre ich oft folgendes:
„Selbständigkeit bedeutet Freiheit. Man kann arbeiten wann man will und man verdient sehr gutes Geld.“
Das mag im Idealfall auch so sein, aber die meisten sehen nur ein Idealbild der Selbständigkeit, übersehen dabei aber etwas wichtiges.
Selbständig werden
Der Weg dahin ist mit viel Arbeit und Zeit gepflastert. Genau darüber machen sich viele keine Vorstellung.
Im Kopf muss man bereit sein, den Weg zu gehen und zwar nicht nur um irgendwann Reich zu sein und viel Freizeit zu haben, sondern um den Weg an sich zu gehen.
In der Selbständigkeit ist eine Vision zwar sehr wichtig (weiter unten dazu mehr), aber vor allem ist der Weg das Ziel.
Und wer in die Selbständigkeit startet, weil er mehr Freizeit haben möchte und viel Geld verdienen will, wird sich schneller als ihm lieb ist auf dem harten Boden der Realität wiederfinden.
Aber was macht nun die richtige Einstellung für einen Selbständigen aus?
Die richtige Einstellung für Selbständige
Im Folgenden möchte ich 10 Dinge auflisten, die meiner Erfahrung nach wichtig für die richtige Einstellung als Selbständiger sind.
Dabei ist die Liste aber natürlich nicht in Stein gemeißelt. Jeder ist anders und so können auch einzelne Punkte abweichen oder dazukommen. Viele der unten aufgelisteten Voraussetzungen sind aber meiner Meinung nach für jeden Selbständigen wichtig und sorgen in der Summe für die richtige, die erfolgreiche Einstellung.
Die folgenden Punkte sind alphabetisch geordnet.
- Disziplin
Immer wieder sehe ich Blogger und Website-Betreiber die sich ein erfolgreiches Internet-Projekt aufbauen wollen, aber nur dann daran arbeiten, wenn sie gerade Lust dazu haben, motiviert sind oder die Muse sie geküsst hat. So wird man einfach nicht erfolgreich. Erfolgreiche Selbständigkeit bedeutet eben auch Disziplin.An Tagen wo man keine Lust hat aufzustehen trotzdem an die Arbeit zu gehen, obwohl da kein Chef ist, der mit Konsequenzen droht. Genau diese Disziplin macht oft den Unterschied zwischen Erfolgreich und Scheitern aus.
Das erkennt man oft auch daran, dass Sätze fallen wie „Da gibt es einfach keinen Markt“ oder „Ich kann machen was ich will, es wird einfach nicht mehr.“. Leider suchen die meisten die Schuld überall, nur nicht bei sich selbst.
- Es wirklich wollen
Ein ganz wichtiger Punkt, der vielleicht trivial erscheint. Aber deshalb habe ich weiter oben z.B. geschrieben, dass die Selbständigkeit keine Notfalllösung gegen die Arbeitslosigkeit sein darf.Man muss 100% selbständig sein wollen. Nur dann wird man die Ausdauer, die Disziplin und auch die Opfer aufbringen können, um erfolgreich zu sein.
- Geld verdienen
Während man als Angestellter eigentlich nur an das Fachliche denken muss, geht es beim Selbständigen letzten Endes darum Geld zu verdienen. Es sind schon so viele fachlich sehr fähige Selbständige gescheitert, weil sie nicht verstanden haben, dass man Geld verdienen muss.Das hat nichts damit zu tun, dass man Kunden über den Tisch zieht. Aber man muss seine Tätigkeiten, seine Leitungen, sein Sortiment etc. primär darauf ausrichten Geld zu verdienen. Wer nur an seine fachlichen Dinge denken möchte, der sollte angestellt bleiben.
- Generalist statt Experte
Diese Punkt hat auch viel mit dem vorherigen zu tun. Statt „nur“ ein Experte in einem Fachgebiet zu sein und damit sicherlich als Angestellter sehr gute Chancen zu haben, muss man als Selbständiger alles machen.Natürlich gibt es Möglichkeit zum Outsourcing, aber sehr viele Dinge muss man vor allem zu Beginn selber machen. Man sollte Planer, Kreativer, Vertriebler, Servicemitarbeiter, Controller etc. in einer Person sein. Und man sollte im Kopf dafür bereit sein und es nicht als lästige Pflicht ansehen.
- Langfristig denken
Die allermeisten Selbständigen werden nicht über Nacht erfolgreich. Wer kurzfristig an Profit denkt und dabei langfristige Folgen außer Acht lässt, wird selten erfolgreich sein und bleiben.Stattdessen ist es wichtig, dass man einen langen Atem hat und das hängt natürlich auch wieder mit anderen Punkten in dieser Liste, wie etwa dem „Es wirklich wollen“ zusammen. Zudem ist fast nichts geiler (sorry ;-) ), als sich etwas längerfristig aufzubauen und dann irgendwann davon zu profitieren.
- Selbstvermarktung
Auch wenn ich den Generalisten schon erwähnt habe, so bedarf der Punkt „Selbstvermarktung“ nochmal einer gesonderten Erwähnung. Es ist extrem wichtig selbst für neue Kunden zu sorgen und seine Leistungen, Produkte oder eben sich selbst zu verkaufen.Niemand da draußen hat auf euch gewartet und niemand wird eure reale oder virtuelle Tür einrennen, nur weil ihr nun Selbständig seid. Und es reicht auch nicht, einfach nur sehr gute Sachen anzubieten. Sowohl online, wie auch offline ist die Informationsflut riesig. Und da muss man sich aktiv Gehör verschaffen.
- Spaß
Noch vor ein paar Jahren hätte ich Spaß nicht als wichtige Voraussetzung für den Erfolg als Selbständiger gesehen. Schließlich gibt es Massen an Angestellten, die arbeiten und Geld verdienen, obwohl sie nicht wirklich Spaß haben.Aber mittlerweile bin ich mir sicher, dass die meisten nur dann erfolgreich selbständig sein werden, wenn sie auch Spaß daran haben. Ich wäre heute nicht da wo ich online und offline bin, wenn ich nicht Spaß an meiner Arbeit hätte. Und so bezeichne ich meine 10 oder 12 Stunden Tage auch nicht als Überstunden, sondern einfach als die Zeit in er ich an dem arbeite, was mir Spaß macht.
- Umgang mit Hindernissen
Als Selbständiger wird man sehr oft auf Hindernisse stoßen. Natürlich könnte in der Theorie alles glatt laufen, aber in der Praxis liegen immer wieder Steine im Weg und die Dinge laufen nicht so,wie sie sollten.Hier zeigt sich eine weitere sehr wichtige Voraussetzung für den Erfolg als Selbständiger. Stecke ich den Kopf in den Sand oder gebe ich erst recht Gas und überwinde die Hindernisse?
Etwas ignorieren, vor sich herschieben oder anderen aufbürden funktioniert möglicherweise als Angestellter. Als Selbständige muss man Problem lösen und Hindernisse überwinden. Und das möglichst sofort.
- am Unternehmen arbeiten und nicht nur im Unternehmen
Ebenfalls ein wichtiger Punkt, den ich hier im Blog schon öfter genannt habe. Viele Selbständige versinken in der täglichen Arbeit und wundern sich nach 10 Jahren, warum sie immer noch nicht viel besser dastehen als damals. Es reicht eben nicht hart zu arbeiten, sondern man muss auch smart arbeiten.Und dazu gehört, dass man seine Selbständigkeit/seine Firma auf- und ausbaut. Das muss nicht immer gleich Angestellte etc. bedeuten. Aber es bedeutet einfach, dass man mit der selben (oder sogar weniger) Investition an Zeit und Arbeitskraft mit der Zeit mehr verdient.
Das kann sein, in dem man nicht nur projektbezogen Leistungen erbringt, sondern z.B. Software entwickelt, die man an viele verkaufen kann, ohne bei jedem Kunden wieder bei 0 anzufangen. Oder man bindet Kunden an sich und kassiert so regelmäßig Geld für weitere Leistungen oder Produkte. Oder man spezialisiert sich und erhält so mit der Zeit immer mehr Geld für seine eigenen Leistungen.
Oder man versucht 1:n Einkommensströme (statt 1:1) aufzubauen. Das ist eine meiner Lieblings-Strategien.
- Vision
Last but not least ist es natürlich auch wichtig eine Vision zu haben. Diese kann sehr motivierend sein, wenn man sich gerade mal wieder etwas quälen muss oder Hindernisse einem dem Weg versperren.Ich habe allerdings keine exakte Vision die ich befolge. Stattdessen ist es eher das ganz oben genannte Gefühl der Unabhängigkeit und Freiheit, die man irgendwann verspürt. So habe ich unter anderem das kleine Ziel „Kunden auch ablehnen können“ mittlerweile erreicht und es ist sehr angenehm nicht jeden Kunden nehmen zu müssen.
Wer aber keine langfristige Vision hat, der wird sich irgendwann trotz Spaß nicht mehr motivieren können.
Fazit
Die wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Selbständigkeit sind nicht die Behördenwege, nicht die Buchhaltung, nicht die Rechnungsstellung, nicht die Preiskalkulation, nicht die Anzeige in der Zeitung etc.
Der wichtigste Erfolgsfaktor ist die innere Einstellung
Weitere Tipps für eine erfolgreiche Selbständigkeit.
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