Work-Life-Balance – Wie man das optimale Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit findet

Wie man das optimale Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit findetDie Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden ist für Selbstständige alles andere als leicht. Wer sich nicht darauf verlassen kann, dass am Ende des Monats zuverlässig das Gehalt auf dem Konto ist, der verliert gern mal aus den Augen, dass es im Leben noch etwas anderes als den Beruf gibt. Dabei sollten gerade Selbstständige Acht auf ihre Work-Life-Balance geben.

Unter dem in den letzten Jahren sehr in Mode gekommenen Begriff versteht man ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Beruf und der Freizeit. Nur wem es gelingt, das für sich persönlich richtige Maß zwischen beiden Lebensbereichen zu finden, der empfindet ein erfülltes, glückliches und zufriedenes Leben. Also genau das, wonach wir alle streben.

Trennung von Arbeits- und Privatleben kaum noch möglich

Galt es früher beinahe als alternativlos Arbeits- und Privatleben zu trennen, haben verschiedene Entwicklungen der vergangenen Jahre, darunter zum Beispiel unsere globalisierte Leistungsgesellschaft und der technische Fortschritt, dazu geführt, dass eine strikte Trennung beider Lebensbereiche kaum noch möglich ist. Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Insbesondere junge Berufstätige, gerade Selbstständige, wollen Arbeits- und Privatleben gar nicht mehr trennen.

Wer die bedeutsame Entscheidung trifft sich selbstständig zu machen, der tut dies in der Regel deshalb, weil er seine Berufung gefunden hat. Eine Berufung, die im besten Falle nicht nur einträglich ist, sondern auch Spaß macht. Und was Spaß macht, das macht man gern, oft und viel. Wer sich nicht aus der Not heraus selbstständig macht, der tut es um mehr Freiheit, Individualität und Selbstbestimmtheit leben zu können.

Niemandem, der sich gut dabei fühlt viel zu arbeiten, soll ein schlechtes Gewissen gemacht werden. Dennoch sollte jeder auf ein ausreichendes Maß an Freizeit achten. Wem es gelingt den Kopf freizubekommen, der schafft Platz für neue Ideen. Wer es schafft sich zu entspannen, der tankt neue Energie.

Freizeit schön und gut, wird sich so mancher denken. Aber woher soll man die Zeit zum Faulenzen nehmen? Trotz diverser Arbeitserleichterungen in unserer hoch technologisierten Gesellschaft haben wir nämlich nicht wirklich mehr Zeit gewonnen. Stattdessen verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit zunehmen.

Letztlich lassen sich regelmäßige Freiräume nur durch ein geschicktes Zeitmanagement erzielen. Das wiederrum ist ein Thema für sich, aber ein wichtiges. Wer viel Zeit am Arbeitsplatz verbringt, der ist nicht automatisch auch der Produktivste. Viel Arbeitszeit wird nicht effizient genutzt. Wer daran arbeitet, der wird schnell Freizeit erübrigen können. Schon mit einer Stunde lässt sich viel anfangen.

Stressabbau für ein gesundes Leben

Der Stressabbau in der Freizeit ist ein wichtiger Faktor für ein gesundes Leben. Deutlich wird das am besten, wenn man sich bewusst macht, dass der Körper Stress genauso anstaut, wie er Fettpolster ansammelt. Stress wird nicht automatisch abgebaut. Nimmt man sich keine stressfreien Freiräume, sondern setzt sich der erhöhten Belastung ununterbrochen aus, nimmt der Druck immer mehr zu. Irgendwann hat sich so viel Stress angesammelt, dass Geist und Körper förmlich zu explodieren drohen. Im schlimmsten Fall ist Burnout die Folge.

Jeder Mensch muss sein Ventil zum Druckablass selbst finden. Alles, womit man vom Alltag abschalten kann, ist willkommen. Ein gutes Mittel ist Sport. Körperliche Ertüchtigung ist besonders für Menschen wichtig, die ihre Arbeitszeit überwiegend am Schreibtisch verbringen. Wer Sport treibt baut nicht nur Stress ab, sondern beugt auch allerlei Krankheiten vor und steigert das Wohlbefinden. Sport muss aber nicht gleich Marathonlaufen bedeuten. Schon ein regelmäßiger Spaziergang, am besten im Wald, zeigt Wirkung.

Aber auch durch weniger schweißtreibende Aktivitäten kann man Stress abbauen. Wichtig ist, dass die Tätigkeiten, mit denen man Stress kompensieren möchte, im Kontrast zu den stressanreichernden Aktivitäten stehen. Ein Gärtner ist nach der Arbeit vielleicht froh, dass er nicht auch noch im heimischen Garten buddeln muss. Für einen Verwaltungsfachangestellten mit grünem Daumen hingegen kann die Gartenarbeit Entspannung pur bedeuten.

Auch andere Sinneseindrücke dienen der Stressbewältigung. Wie wäre es zum Beispiel mal eine halben Stunde lang klassischer Musik zu lauschen oder statt den Fernseher anzustellen ins Theater zu gehen?!

Besonders wichtig ist die Freizeit für alle die einen Lebenspartner oder gar eine Familie haben. Nichts ist schlimmer als seine Kinder nicht aufwachsen zu sehen, weil man mit dem Job verheiratet ist. Gerade als Familienmitglied muss man versuchen sich feste Grenzen zu setzen: Spätesten um 18 Uhr ist Feierabend. Und während man mit dem Nachwuchs spielt, lässt man das Handy aus. Die eigenen Kinder sind eins der besten Mittel um den Alltag zu vergessen und neue Kräfte zu tanken.

Freizeit als Routine

Routinen helfen vielen Menschen, ihren Alltag zu organisieren. Diese Routinen sollten aber nicht nur für die fleißige Zeit des Tages gelten, sondern auch für die Freizeit. Wer merkt, dass es ihm schwer fällt, sich Zeit für sich selbst zu nehmen, der muss feste Freiräume einplanen. Zur Not eben im Kalender. Wichtig ist, dann man seine festen Freiräume genauso ernst nimmt wie berufliche Termine und sie zur Routine werden lässt.

Nicht nur Arbeitszeit, sondern auch Freizeit kann man effektiv nutzen. Wer ohnehin den ganzen Tag in die Tasten haut oder am Telefonhörer hängt, der sollte Computer, Smartphone und Co. aus seiner freien Zeit so gut es geht verbannen. Stattdessen empfiehlt es sich beispielsweise zu einem Buch zu greifen. Aber bitte keine Fachlektüre.

Berufsferne Literatur erweitert den Horizont und sorgt für neue Kreativität, auch im Job. Der temporäre Verzicht auf aufmerksamkeitsbindende und zeitraubende Kommunikationsmittel lässt den Erholungseffekt viel schneller eintreten. Auch wenn der eine oder andere den bewussten Verzicht erst wird üben müssen.

Soziale Kontakte pflegen

Wer es geschafft hat, sich regelmäßige Freiräume zu schaffen, der sollte die Zeit auch zur Kontaktpflege nutzen. Hier gilt ebenfalls wieder, dass man sich beim Feierabendbier nicht unbedingt auch noch über seinen Broterwerb unterhalten muss. Das schließt Geschäftspartner und Kollegen aber keineswegs aus. Schließlich teilt man mit einigen auch anderen Interessen. Mal ein anderes Gesicht zu sehen und andere Geschichten zu hören kann aber auch nicht schaden.

Soziale Kontakte spielen für die Work-Life-Balance eine wichtige Rolle, da Familie, Freunde und Bekannte einen direkten Einfluss auf die Gesundheit haben. Der Mensch ist ein soziales Wesen, das für Einsamkeit nicht geschaffen ist. Sie macht uns sogar krank. Außerdem wirken sich auch soziale Kontakte wieder auf den Beruf aus. Wer Freunde hat macht häufiger und schneller Karriere. Der Grund: Viele Arbeitsplätze und Aufträge werden über persönliche Kontakte vergeben.

Weiterentwicklung der Persönlichkeit

Nur wer ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit findet, der hat auch Zeit seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Dafür sollte man sich vornehmen, etwas Neues zu erlernen. Das kann sowohl an den Beruf angelehnt sein, darf aber gern auch in eine ganz andere Richtung gehen. Ob eine Fremd- oder Programmiersprache, ein Musikinstrument oder eine Sportart, die Astronomie oder das Reisen – die Möglichkeiten sind vielfältig.

Wer Neues wagt, der weitet seinen Horizont und hält Geist und Körper jung. Außerdem lernt man auf diese Weise viele interessante Menschen kennen, die einen vielleicht irgendwann auch beruflich oder privat weiterbringen.

Ausgewogene Work-Life-Balance zahlt sich aus

Mit einer ausgewogenen Work-Life-Balance kann man nur gewinnen. Weil alles im Leben zusammenhängt, sorgt ein gutes Privatleben auch für ein gutes Berufsleben und umgekehrt. Nur wenn beide Lebensbereiche ausgependelt sind, ist ein erfülltes, glückliches und zufriedenes Leben möglich.

Dass das endlich auch Unternehmen erkannt haben, ist der letzte Beweis für diese These. Denn wenn sogar ausschließlich gewinnorientierte Großunternehmen mittlerweile dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter nach Feierabend nicht mehr mit Anrufen und Mails belastet werden, dann macht das zweifelsfrei deutlich, wie wichtig die Erholung in der Freizeit ist, um am nächsten Morgen wieder berufliche leistungsfähig zu sein.

Wie gut kannst du Arbeit und Freizeit trennen?

  • Arbeit und Freizeit gehen fließend ineinander über. (32%, 48 Stimmen)
  • Ich trenne Arbeit und Freizeit strikt. (21%, 32 Stimmen)
  • Ich kann nur schlecht abschalten und denke immer an die Arbeit. (20%, 30 Stimmen)
  • Was ist Freizeit? (17%, 26 Stimmen)
  • Zumindest am Wochenende gibt es nur Freizeit. (10%, 15 Stimmen)

Teilnehmerzahl: 151 (max. 1 Stimmen)

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Matthias
Matthias ist unter anderem als Journalist und Marketingexperte tätig. Seit Jahren baut er erfolgreich Internetprojekte auf und betreibt diese eigenverantwortlich. Auf "Selbständig im Netz" gibt er seine langjährige Erfahrung in leicht verständlichen Artikeln weiter.