Statify ist schon länger ein beliebtes Statistik-Plugin für WordPress, aber gerade durch die DS-GVO hat es nochmal einen deutlichen Popularitätsschub bekommen.
Wie Statify genau funktioniert, welche Möglichkeiten es bietet und welche Einschränkungen das Plugin besitzt, erfahrt ihr im Folgenden.
Zudem schildere ich meine Erfahrungen damit und vergleiche die Besucherdaten von Statify mit denen von Google Analytics.
Inhalt
ToggleStatify Statistik Plugin für WordPress
Die DS-GVO war sicher eines der wichtigsten Themen für Website-Betreiber im Jahr 2018. Die neuen Datenschutz-Vorschriften haben die Datensammlung und den Einsatz von Cookies deutlich eingeschränkt.
Aus diesem Grund haben sich viele Website-Betreiber nach Alternativen für Google-Services umgeschaut, unter anderem auch für Google Analytics.
Aber auch die immer größere Bedeutung einer guten Performance und niedriger Ladezeiten hat viele dazu veranlasst auf Drittanbieter-Services zu verzichten.
Und so kam bei vielen eben auch Google Analytics auf den Prüfstand. So ein großes und umfangreiches Tool ist nicht immer sinnvoll und notwendig. Stattdessen sind viele auf das WordPress-Plugin Statify umgestiegen, welches man im WordPress-Pluginverzeichnis kostenlos herunterladen kann.
Dieses verspricht zuverlässige Website-Statistiken ohne Cookies oder personenbezogene Daten. Das Plugin gibt es schon lange, aber durch die DS-GVO hat es wieder deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen. Hier seht ihr die Download-Zahlen in diesem Jahr. Der Ausschlag im Mai ist deutlich erkennbar.
Die Einstellungen sind bei diesem Plugin sehr schnell vorgenommen. Standardmäßig werden die Daten für 14 Tage aufbewahrt. Ich würde diesen Zeitraum deutlich verlängern, da ja gerade die Entwicklung der eigenen Website das interessante ist. Diese Daten länger zu speichern ist kein Problem, da diese nicht personenbezogen sind.
In den Einstellung kann man zudem festlegen, ob die Gesamtdaten oder nur die Daten von heute im Dashboard angezeigt werden sollen. Letzteres ist meist eher sinnvoll. Dabei werden auch die Traffic-Quellen angezeigt, was zumindest einen Überblick gibt, woher die Besucher kommen.
Wenn man ein Caching-Plugin einsetzt, sollte man zudem die JavaScript-Datenerfassung aktivieren. Ansonsten werden viel zu geringe Seitenaufruf-Zahlen angezeigt.
Warum sollte man Statify nutzen?
Warum sollte man Statify als Statistik-Alternative in WordPress nutzen? Was sind die Vorteile und was die Nachteile dieses Plugins?
Vorteile
- Das Plugin ist schnell und lädt nicht irgendwelche zusätzlichen Scripte nach.
- Die Auswertung der Statistik ist übersichtlich, was vor allem daran liegt, dass man sich hier auf wenige Daten beschränkt.
- Das Plugin setzt keine Cookies zum Tracken der Besucher, was es datenschutzkonform macht.
- Ebenso werden keine Nutzerdaten oder die IP-Adressen der Besucher gespeichert. Die Seitenaufruf-Daten können zudem automatisch nach einer gewissen Zeit gelöscht werden.
Nachteile:
- Die Datensparsamkeit ist auch gleichzeitig ein Nachteil des Plugins. Man erfährt keine Details zu den Aktionen der Nutzer auf der eigenen Website.
- Es werden nur die Seitenaufrufe getrackt. Dagegen gibt es keinerlei Daten zu den Besuchern der eigenen Website.
- Die Standard-Anzeige der Seitenaufrufe im Dashboard ist nicht ideal. Ausführlichere Ansichten sind nur mit einem weiteren Plugin möglich.
- Die dauerhafte Speicherung der Daten ist rechtlich kein Problem (da nicht personenbezogen), aber gerade bei größeren Websites fallen mit der Zeit doch sehr viele Daten an, die die Datenbank aufblähen.
Wie man gut sehen kann, bietet Statify sowohl Vorteile, als auch Nachteile. Hier gilt es deshalb abzuwägen, was einem wichtig ist.
Statify vs. Google Analytics?
Wie schlägt sich Statify gegenüber Google Analytics und ist es eine wirkliche Alternative zu dem Feature-Monster von Google?
Google Analytics ist zwar auch nach dem Inkrafttreten der DS-GVO noch nutzbar, aber dennoch ist der Service vielen Datenschützern ein Dorn im Auge. Google wird weiterhin sehr kritisch beobachtet und weitere Maßnahmen gegen die Datensammler sind nicht ausgeschlossen. Wie es mit der ePrivacy Verordnung dann werden wird, die wohl frühestens 2020 in Kraft treten soll, weiß noch keiner. Aber es ist mit einer weiteren Verschärfung der Datenschutzbestimmung zu rechnen.
Deshalb haben viele Website-Betreiber damit begonnen sich nach Alternativen für WordPress umzuschauen. Auch ich habe hier schon vieles ausprobiert, wie ihr in diesem Artikel unter anderem sehen könnt.
Genrell kann man zu Statify erstmal sagen, dass es natürlich kein vollwertiger Ersatz für Google Analytics ist. Das kleine Statistik-Plugin ist sehr eingeschränkt und bietet nur wenige Daten.
Doch was schauen sich die meisten Analytics-Nutzer wirklich an? Diese sehen sich die täglichen Seitenaufrufe an und welche Artikel/Seiten am beliebtesten waren. Vielleicht werden sich auch noch die Traffic-Quellen angebschaut, aber das war es dann meist auch. Das kann auch Statify! Seitenaufrufe insgesamt, die Aufrufe der einzelnen Seiten und Artikel und Daten über die Traffic-Quellen sind hier vorhanden.
Doch wie verlässlich sind die Statify-Daten? Sind diese mit Google Analytics vergleichbar?
Nach meinen Erfahrungen sind die Statistiken von Statify recht gut vergleichbar mit Google Analytics. Hier eine Tabelle mit den Seitenaufruf-Zahlen meines Brettspiel-Blogs in den letzten 6 Monaten:
| Seitenaufrufe Google Analytics | Seitenaufrufe Statify | Abweichung | |
| Juni 2018 | 23.474 | 24.845 | 5,8 % |
| Juli 2018 | 30.786 | 31.682 | 2,9 % |
| August 2018 | 31.825 | 30.816 | 3,1 % |
| September 2018 | 28.372 | 28.855 | 1,7 % |
| Oktober 2018 | 53.769 | 52.824 | 1,7 % |
| November 2018 | % |
Wie man sehen kann, sind die Daten sehr nah beeinander. Es gibt nur wenige Prozenzpunkte Abweichung.
Wenn man zudem bedenkt, dass jedes Statistik-Tool sowieso etwas anders trackt, je nach der Programmierung und den Einstellungen durch die Entwickler, passt das hier schon sehr gut. Der Trend und die generelle Entwicklung der Besucherzahlen ist mir zudem noch wichtiger, als die reinen Zahlen, und da liegen beiden Datenreihen nah beieinander.
Bei anderen meiner Websites gab es allerdings etwas größere Unterschiede, was verschiedene Ursachen haben kann. So ist nicht auszuschließen, dass bestimmte Zielgruppen eher JavaScript-blockierende Browser-Addons einsetzen, oder aber auch Google Analytics besser zwischen realen Besuchern und Bots unterscheiden kann, als das dieses Plugin kann.
Ihr solltet das Plugin deshalb bei einzelnen Websites testen und eine Zeit lang die Daten von Statify und Google Analytics vergleichen.
Für welche Websites macht Statify Sinn?
Insgesamt habe ich also recht positive Erfahrungen mit Statify gemacht und halte es für ein sehr zuverlässiges Statistik-Plugin. Doch natürlich sind die Einschränkungen unübersehbar und deshalb eignet es sich nicht für jeden.
Wer einen WordPress-Blog oder -Website nur als Hobby betreibt, kann bedenkenlos zu Statify greifen. Gerade wenn man nicht beruflich im Internet aktiv ist, spart man sich damit nicht nur einiges als Verwaltungsaufwand und senkt zudem das rechtliche Risiko. Des Weiteren reichen die Daten von Statify für solche Blogs und Website meist völlig aus, da man sowieso keine detaillierten Auswertungen macht und benötigt.
Wer dagegen nebenberuflich Websites betreibt, z.B. Nischenwebsites, der muss einfach mal prüfen, ob Statify ausreichend ist. Auch da ist es oft so, dass diese Statistik-Daten ausreichen, aber manch einer benötigt vielleicht dennoch mehr.
Wer dagegen hauptberuflich ein größeres Website-Projekt betreut, für den ist Statify sicher nicht ausreichend. Genauere Analysen des Nutzerverhaltens und ähnliches sind damit nicht möglich und dadurch ist man stark eingeschränkt, was die Optimierung angeht.
Meine Erfahrungen mit Statify
Ich nutze Statify seit Anfang des Jahres auf vielen Websites. So habe ich alle meine Nischenwebsites datenschutzgerecht gemacht und verzichtet dort auf Google Analytics.
Und ganz ehrlich, mir reicht Statify auf diesen kleinen Websites völlig aus. Ich betreibe diese sowieso eher passiv und um die generelle Entwicklung und ggf. die Performance neuer Artikel nachzuvollziehen, ist Statify mehr als ausreichend.
Zudem habe ich keine negativen Auswirkungen festgestellt, als ich Google Analytics ausgebaut habe. Manch einer meiner Leser hatte ja befürchtet, dass Google das negativ sehen würde.
Nach meiner Erfahrung ist Statify also bei kleinen Websites meist völlig ausreichend. Die Daten der beliebtesten Inhalte und die Entwicklung der Website sind gut sichtbar. Und man hat einen externen Service weniger im Einsatz, was unter anderem für die Performance gut ist.
Bei meinen Hauptblogs möchte ich auf Google Analytics aber bisher noch nicht verzichten. Der Google Service bietet einfach so viel mehr Einblicke und Daten, die Detailoptimierungen ermöglichen. So nutze ich Google Analytics z.B. für Klick-Statistiken von Werbung und Affiliatelinks, aber ich optimiere damit auch einzelne Artikel und deren Absprungrate.
Gerade wegen der Optimierungsmöglichkeiten ist Google Analytics deshalb bei größeren Projekten mein Statistik-Tool der Wahl. Aber auch ich nutze nur einen Teil der Möglichkeiten von Google Analytics. Da wäre sicher noch einiges mehr drin, aber wie so oft fehlt dafür die Zeit.
Sollte irgendwann mal Google Analytics nur noch mit Opt-In nutzbar sein, dann würde ich es ausbauen. Mir würde schon was fehlen, aber die Welt würde sich dennoch weiter drehen.
Nützliche Erweiterungen
Das Plugin Statify kann „Out of the Box“ problemlos genutzt werden, aber ideal ist es nicht. Wie schon geschrieben, ist die Statistik-Anzeige im Dashboard nicht so toll.
Unter anderem dafür gibt es ein paar nützliche weitere Plugins, die Statify-Nutzer sich mal anschauen sollten.
Statify – Erweiterte Auswertung
Das Plugin Statify – Erweiterte Auswertung ist mittlerweile wieder im offiziellen Plugin-Verzeichnis verfügbar und sehr zu empfehlen.
Dieses Plugin bringt, wie der Name schon vermuten lässt, eine erweiterte Auswertung mit, die deutlich übersichtlicher ist und mehr Möglichkeiten bietet. Es gibt im Admin nun einen eigenen Unterbereich für Statify und man kann sich dort unter anderem die monatlichen Seitenaufrufe, Jahresauswertungen, Details zu Referrern und genauere Daten zu den Inhalten anschauen.
So sehr ihr hier z.B. die monatlichen Aufrufe eines Artikel in meinem Brettspiel-Blog:
Man kann sich die Seitenaufruf-Daten für einzelne Artikel auch in der täglichen Auswertung genauer anschauen, was dabei hilft einzelne Marketing-Aktionen besser auszuwerten. Diese Daten lassen sich übrigens auch alle als CSV-Datei exportieren, um in der eigenen Tabellenkalkulation diese weiter zu analysieren.
Damit bietet diese Erweiterung einen sehr guten Überblick. Meiner Meinung nach sollten dessen Funktionen bereits bei der Standard-Version von Statify dabei sein. Es ermöglicht bessere Analysen einzelner Artikel und anderer Inhalte und auch die Entwicklung der Website ist genauer verfolgbar.
Beitrags- und Benutzerstatistiken
Mit diesem Plugin kann man sich genauere Information zu den Inhalten der eigenen WordPress-Website anzeigen lassen. So erfährt man zum Beispiel, welche Autoren wann wie viel geschrieben haben. Auch die einzelnen Inhaltstypen und Kommentare werden ausgewertet.
Das ist schon nett gemacht, aber für mich erschließt sich der Mehrwert dieser Auswertung nicht wirklich. Vielleicht mag es in einem Mehr-Autoren-Blog hier einen Anwendungsfall geben, aber auf meinen Projekten nutze ich dieses Plugin nicht.
Statify Widget
Deutlich nützlicher finde ich dagegen dieses Plugin, welches ein Statify-Widget implementiert.
Damit kann man z.B. in der Sidebar die beliebtesten Artikel anzeigen lassen. Das mache ich ja bei meinen Projekten recht gern, da auch die Besucher ein großes Interesse an den populärsten Inhalten haben. Mit diesem Plugin spart man sich dann zudem ein weiteres Plugin für diese Auflistung der Top-Artikel.
Statify Blacklist
Den mittlerweile etwas nervigen Refferer Spam kann man mit diesem Plugin blockieren, damit die Statify-Statistiken realistischer sind. Aber man kann auch andere Referrer oder IP-Adressen aus den Statistiken löschen lassen. So könnte ich damit bei meinen Nischenwebsites z.B. meine Blogs ausblenden. Aber ich finde diese Infos eigentlich ganz interessant.
Ebenso kann man einzelne Artikel/Seiten aus den Statistiken rausnehmen, was vielleicht bei manchen gewünscht ist.
Fazit
Statify ist nach meinen Erfahrungen ein tolles kleines Plugin, welches WordPress-Nutzern eine nützliche Statistik bietet. Gerade in der heutigen Zeit ist es aus Datenschutz-Gründen eine willkommene und sichere Alternative.
Für viele kleine Websites oder Hobby-Projekte sind die Daten zudem völlig ausreichend. Im Business-Einsatz dagegen ist es natürlich keine wirkliche Alternative zu Google Analytics und Co..
Was haltet ihr von Statify? Setzt ihr es ein oder nutzt ihr eine andere Alternative?
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