Ist AdSense die richtige Einnahmequelle? – So lohnt sich AdSense und die Vorteile – Teil 2

Ist AdSense die richtige Einnahmequelle? - AdSense Guide Teil 2Google AdSense ist für viele Website- und Blogbetreiber ein no-brainer. Deshalb sieht man AdSense-Anzeigen auch auf vielen Internet-Projekten.

Doch ist AdSense wirklich immer die richtige Einnahmequelle?

In diesem Artikel stelle ich die Vorteile von AdSense vor, zeige aber auch, für wen sich AdSense eher nicht eignet.

Zudem gebe ich Tipps, wie man im Vorfeld herausfindet, wie viel man verdienen kann und ich analysiere unterschiedliche Website-Typen und ihre Eignung für Google AdSense.

Dieser Artikel ist Teil des 15-teiligen AdSense Guides.
>> Zu den besten AdSense Tipps und Tricks.

Wie funktioniert AdSense?

AdSense ist das Gegenstück zum Google-Service AdWords. In Google AdWords können Unternehmen Werbung buchen und diese Werbung dann in den Google Suchergebnissen und/oder im Content-Werbenetzwerk von Google anzeigen lassen.

Letzteres sind alle Websites, die Google AdSense eingebaut haben.

Dabei wird pro Klick abgerechnet, so dass man als AdSense-Nutzer immer dann eine Provision bekommt, wenn jemand auf eine AdSense-Anzeige klickt. Doch diese Vergütung ist immer unterschiedlich.

Wieso? Das hängt damit zusammen, wie Google die Klickpreise in AdWords für die Werbekunden ermittelt.

Vereinfacht gesagt, bestimmen Thema und Werbekunden den Preis pro Klick automatisch. Es hat etwas von einer Auktion. Je mehr Werbekunden bei bestimmten Begriffen/Themen AdWords-Anzeigen schalten wollen, um so höher steigt der Klickpreis.

Hinzu kommt dann z.B. noch die Qualität der Website des Werbekunden und weitere Faktoren, wie z.B. saisonale Schwankungen, Wochentage, Feiertage und die Tageszeit (nachmittags sind viele Werbebudgets für den Tag schon aufgebraucht).

Das Ergebnis sind unterschiedliche Einnahmen pro Klick. Allerdings gibt es schon klare Tendenzen und manche Themen sind generell profitabler als andere.

Funktioniert AdSense bei jeder Website?

Google AdSense bringt einige unbestreitbare Vorteile mit:

  • Schnell eingebaut
    Es ist in 5 Minuten möglich sich bei Google AdSense anzumelden und die erste Anzeige zu erstellen. Zudem ist es kein größeres Problem diesen Anzeigen-Code dann in die eigene Website einzubauen. Dabei können z.B. Plugins helfen.
  • Kein Pflegeaufwand
    Nach dem Einbau hat man grundsätzlich keinen Pflegeaufwand. Man muss nicht immer wieder die Banner austauschen oder selber auf die Suche nach Werbekunden gehen, wie das z.B. bei der Direktvermarktung der Fall ist. Stattdessen kümmert sich Google um all das und nimmt uns viel Arbeit ab.
  • Sehr viele Werbekunden
    Google ist der Internet-Konzern schlechthin und die Verbreitung von AdWords und AdSense ist extrem groß. Aus diesem Grund gibt es auch in Deutschland sehr viele Werbekunden, die auch speziellere Themen abdecken.
  • Gut optimierbar
    AdSense ist zwar schnell erstellt, wenn man das will, man kann aber auch viele Anpassungen und Optimierungen an den Anzeigen vornehmen. Das betrifft das Layout genauso wie z.B. die Filtermöglichkeiten für die angezeigte Werbung.
  • Statistiken
    Die Auswertungen im AdSense-Konto sind vorbildlich. Auf diese Weise kann man wirklich gut erkennen, welche Auswirkungen bestimmte Änderungen gehabt haben. Zudem kann man durch Channels noch genauer einzelne Anzeigen unter die Lupe nehmen.
  • Context und Remarketing
    Früher war es so, dass die AdSense-Anzeigen lediglich anhand des umgebenden Textes eingeblendet wurden. Mittlerweile gibt es daneben auch eine Remarketing Funktion, die dafür sorgt, dass teilweise Werbung anhand der Interessen des Besuchers angezeigt werden.
  • Gute Auszahlung
    Google zahlt nach eigenen Angaben rund 68% der Einnahmen an die AdSense-Publisher aus. Kostet ein Klick auf eine AdSense-Anzeige einen Werbekunden also z.B. 1 Euro, bekommt der Websitebetreiber davon im Schnitt 68 Cent.

Diese Vorteile führen dazu, dass sehr viele Website-Betreiber Google einsetzen. Doch es gibt auch Nachteile:

  • Ohne Optimierung geht nicht viel
    Es ist zwar sehr einfach Google AdSense einzubauen, aber ohne intensive Optimierung wird man damit nicht wirklich viel verdienen.
  • Themenabdeckung
    Die Themenabdeckung ist zwar relativ hoch, aber dennoch gibt es nicht zu allen Themen passende Werbung. Und selbst wenn, gibt es genug Themen, bei denen die Klickpreise sehr niedrig sind.
  • Einfluss auf Werbung
    Man hat zudem nur beschränkt Einfluss auf die angezeigte Werbung. Es gibt zwar Filtermöglichkeiten, so dass man ungewünschte Anzeigen entfernen kann oder nur Anzeigen einer bestimmten Themenkategorie angezeigt bekommt, aber man hat trotzdem keinen 100% Einfluss auf die angezeigte Werbung.
  • Traffic-abhängig
    Google AdSense ist sehr Traffic-abhängig, so dass man mit relativ wenigen Besuchern auch nicht wirklich viel verdienen kann.
  • Abhängigkeit
    Generell geht man damit natürlich eine gewisse Abhängigkeit von Google ein. Wer nur auf AdSense setzt und dann aus dem Google-Programm geschmissen wird, hat ein größeres Problem.

Wer darf Google AdSense einsetzen?

Stichwort „Rauswurf“. Immer wieder hört man von Website- oder Blog-Betreibern, dass Google diese angeblich ohne Grund aus dem AdSense-Programm geworfen hat.

Da bin ich recht skeptisch. Nach meiner Erfahrung gibt es da in den meisten Fällen schon gute Gründe dafür. Vielleicht sind sich diese Website-Betreiber nicht immer bewusst, dass sie gegen eine Programmrichtlinie verstoßen haben, aber aus Willkür wird Google sicher niemanden raus schmeißen.

Schließlich lebt Google davon, dass sie möglichst viele Publisher haben, aber man hat eben auch eine große Verantwortung gegenüber den Werbekunden und muss sicherstellen, dass deren Geld wirklich für echte Klicks von interessierten Internet-Nutzern ausgegeben wird.

Richtlinien
Das AdSense-Programm hat eine Reihe von Richtlinien, die man als AdSense-Publisher beachten sollte, um Ärger zu vermeiden.

Dazu gehören unter anderem die folgenden wichtigen Punkte:

  • Eigene Klicks
    Einer der häufigsten Gründe für einen Rauswurf sind Eigenklicks. Manch ein Website-Betreiber will damit dafür sorgen, dass er mehr verdient und klickt selber auf die Anzeigen auf seiner Website. Das ist verboten. Wenn das einmal passiert ist es sicher kein Problem, aber Google erkennt gut, wenn das jemand öfter macht.
  • Klickaufforderung
    Ebenso nicht erlaubt ist die Aufforderung an die eigenen Leser auf die Anzeigen zu klicken. Auch in diesem Falle handelt es sich dabei natürlich nicht um ehrliche Klicks interessierter Leser.
  • unerwünschte oder illegale Inhalte
    Google hat einige Einschränkungen bzgl. des Inhaltes von Websites. So dürfen keine AdSense-Anzeigen auf Websites mit nicht jugendfreien, gewaltverherrlichenden oder rassistischen Inhalten platziert werden. Ebenso gilt das natürlich für alle Inhalte, die Urheberrechtsverletzungen betreffen.
  • Website-Qualität
    Generell gelten auch bei AdSense die Webmaster-Richtlinien. Wer also minderwertige Inhalte auf seinen Websites hat oder z.B. massig Links manipuliert, wird auch bei AdSense nicht lange dabei sein.
  • Manipulation bei den Anzeigen
    Das Aussehen der AdSense-Anzeigen darf nur im Rahmen der zur Verfügung gestellten Möglichkeiten verändert werden. Zudem kommt es auch auf den Einbau an. So versuchen immer mal wieder „Schlaue“ die AdSense-Anzeigen wie Navigation-Elemente aussehen zu lassen, was aber eine Täuschung der Leser darstellt und nicht erlaubt ist. Auch die farbliche Anpassung an die Website, mit dem Ziel es nicht mehr als Werbung erkennbar zu machen, ist nicht erlaubt.
  • dubioser Traffic
    Auch der ankommende Traffic kann ein Grund für einen Rauswurf sei. Wer seinen Traffic z.B. durch Mail-Spam bekommt oder Pay-to-Click-Programme nutzt, braucht sich nicht zu beschweren, wenn Google AdSense den Stecker zieht.

Unter dem Strich sollte dem normalen Website-Betreiber, der eine qualitativ gute Website erstellt und keine Manipulation in irgendeiner Weise vorhat, also auch keine Sperrung bei AdSense drohen. Mehr Tipps zu den Richtlinien gibt es für Einsteiger bei Google.

Ich nutze AdSense nun schon seit vielen Jahren und hatte noch nie Probleme.

Mehr Transparenz
In Zukunft möchte Google übrigens auch bei AdSense transparenter werden. Je länger man bei Google AdSense schon dabei ist, umso mehr Vertrauen gibt es. Da wird erstmal über Verstöße informiert und es wird um Behebung gebeten und nicht gleich gesperrt.

AdSense-Nutzer sollen zudem mehr Informationen und Warnungen bekommen und nicht mehr aus dem Nichts heraus gesperrt werden.

Zudem sollen gesperrte AdSense-Nutzer per Formular Einspruch einlegen können.

Lohnt sich AdSense überhaupt für meine Website?

Die Vorteile von AdSense sind groß und sehr viele setzen diese Einnahmequelle ein. Doch nicht immer lohnt sich das auch.

In der Auswertung meiner großen Blogeinnahmen-Umfrage hatten 59 von 90 Blogs AdSense im Einsatz. Das sind rund zwei Drittel.

Jedoch machte der prozentuale Anteil an den Gesamteinnahmen im Schnitt nur rund 13% aus.

Noch niedriger lag der AdSense-Anteil (7-8%) bei den Blogs, die ich über das ganze Jahr 2012 ausgewertet habe.

Während also manche mit AdSense wirklich gute Einnahmen erzielen, können andere nur Peanuts einnehmen.

Was kann man mit AdSense verdienen?
Bevor man überhaupt Google AdSense einbaut, kann man bereits ganz gut schätzen, ob es sich lohnen wird.

Es gibt 3 Faktoren, die die Einnahmen beeinflussen:

  • Ist das Thema profitabel?
    Ob ein Thema profitabel ist, kann man sich mit einem Google Tool anschauen. Das Google AdWords Keyword Tool zeigt nicht nur den Traffic zu einzelnen Keywords an, sondern gibt auch finanzielle Infos.

    Ist man nicht bei AdWords angemeldet sieht man lediglich eine Info, wie hoch der Wettbewerb bei den AdWords-Anzeigen ist. Steht dort „Hoch“ spricht das für mehr Konkurrenz und damit auch höhere Klickpreise. Allerdings ist das doch recht vage.

    Meldet man sich bei diesem Tool jedoch mit seinem AdWords-Zugang an, dann sieht man auch die geschätzten Klickpreise für AdWords-Werbekunden. Und da wir ja wissen, dass ca. 68% davon an die AdSense-Publisher geht, kann man sich recht gut ein Bild davon machen, was einzelne Themen/Keywords bringen könnten.

    Welche Klickpreise sind gut?
    Gute Frage.

    Stehen bei den getesteten Keywords sehr niedrige Klickpreise (unter 20 Cent) oder gar keine Angaben zum Klickpreis, dann ist das Thema nicht wirklich profitabel.

    Zwischen 20 und 50 Cent pro Klick ist da schon besser, wobei es dann aber sehr darauf ankommt, dass man die Anzeigen optimiert und herausfindet, welche Unterthemen bessere Klickpreise bringen.

    Bei mehr als 50 Cent kann man nicht viel falsch machen.

  • Wie hoch ist die Klickrate?
    Da es nur dann eine Provision gibt, wenn an eine AdSense-Anzeige geklickt wird, spielt die Klickrate eine wichtige Rolle. Es macht schon einen großen Unterschied, ob man eine Klickrate von 0,5% oder 1% hat. Das verdoppelt die Einnahmen.

    Mehr Tipps zur Klickraten-Optimierung gibt es in einem späteren Artikel dieser Serie.

  • Wie viel Traffic hat man?
    Der dritte wichtige Einflussfaktor ist der Traffic. Je mehr Besucher man hat, um so besser. Dabei kommt es natürlich auch darauf an, wer das ist. Besucher, die in Kaufstimmung sind, klicken oft eher auf solche Anzeigen.

    Und auch die Internet-Erfahrung spielt eine Rolle. Sehr internetaffine User klicken eher seltener auf Werbung.

Am besten ist es, wenn man hohe Klickpreise, hohe Klickraten und viel Traffic kombinieren kann.

Verschiedene Websitetypen und AdSense

Zum Schluss dieses Artikels möchte ich noch kurz ein paar Website-Typen durchgehen und beurteilen, ob sich AdSense für diese lohnt.

Website-Typ

AdSense sinnvoll?

private Website

Je nach Thema kann es sich schon lohnen, zumindest für ein Taschengeld. Aber Achtung! Die Einbindung von AdSense nimmt den "privat"-Status. Dann braucht man ein Impressum etc..

privater Blog

Hier gilt ähnliches, wobei ein privater Blog oft noch weniger finanzielles Potential hat. Zudem wird Werbung von den Lesern solcher Blogs oft nicht gern gesehen.

Firmenwebsite

Es gibt tatsächlich Unternehmen, die auf Ihrer Firmen-Website Google AdSense einbauen. Ich würde davon auf jeden Fall abraten, da dies nicht nur unseriös ist, sondern auch von den Angeboten der Firma ablenkt.

Fachblog

Ein professionell geführter Blog ist gut geeignet für den Einsatz von AdSense. Allerdings hängt es hier dann am Ende auch vom Thema ab, ob es sich wirklich lohnt.

Online-Shop

In einem Online-Shop halte ich Google AdSense nicht für angebracht. Neben einem unseriösen Eindruck lenkt man die Besucher damit vom wichtigsten ab, nämlich dem Einkauf im Shop.

Forum

Ein Forum hat zwar oft sehr viel Traffic und die Themen können auch profitabel sein, aber der Anteil der Stammbesucher ist sehr hoch und diese klicken kaum auf Anzeigen. Es kann sich bei sehr viel Traffic dennoch lohnen.

Portal

News-Portale und ähnliches sind gut geeignet für den AdSense-Einsatz. Man muss nur darauf achten, dass die Qualität insgesamt stimmt.

Affiliate/Nischen-Website

Ergänzend zu Affiliate-Links können AdSense-Anzeigen auf Nischenwebsites gut funktionieren. Aber auch hier sollte man sicherstellen, dass die Qualität stimmt.

Online-Service

Wer online einen Service anbietet muss sich in der Regel entscheiden, ob er Geld nimmt oder es durch Werbung finanziert. Da Online-Services viele wiederkehrende Nutzer haben, sinkt häufig die Klickrate. Da ist Werbung, die nach Einblendungen abgerechnet wird, oft besser.

Blogger und Co.

Bei der Nutzung von gehosteten Blog-Services kommt es teilweise zu Einschränkungen bzgl. der Monetarisierung. Man sollte vorher prüfen, ob AdSense überhaupt nutzbar ist.

Youtube

AdSense kann man seit einer Weile auch in eigenen Youtube-Videos nutzen. Das kann sehr profitabel sein, wenn man genügend Views auf seine Videos bekommt.

Fazit

AdSense ist kein Allheilmittel und wird nicht auf jeder Website gleich gut funktionieren. Wenn man aber die Voraussetzungen mitbringt, bestehen gute Chancen, mit AdSense relevante Einnahmen zu erzielen.


So geht es weiter

Im dritten Teil dieser Serie geht es um die Anmeldung bei Google AdSense. Ich zeige die wichtigsten Schritte und gebe Tipps. Zudem geht es um die Frage, wann man sich bei AdSense anmelden sollte.

Bild von Peer Wandiger
Peer Wandiger
Studium der BWL und langjährige Arbeit in einem mittelständischen Unternehmen. Seit 2006 selbständig als Webentwickler und Website-Betreiber, 2007 Gründung von Selbständig im Netz.

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