Wie kann man einen Screencast aufnehmen? Software, Tipps & Beispiele für die Bildschirmaufnahme

Wie kann man einen Screencast aufnehmen? - Software, Tipps & BeispielVideo ist heute sehr wichtig und auch als Blogger oder Website-Betreiber kann man mit Hilfe eines Screencast relativ einfach und schnell Videoinhalte erstellen.

Was ein Screencast ist, welche Vorteile dieser bietet und wie man diesen aufnimmt, erkläre ich im Folgenden. Zudem stelle ich verschiedene Software-Lösungen für die Bildschirmaufnahme vor.

Außerdem schildere ich meine Erfahrungen, zeige Beispiele und gebe Tipps.

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Was ist ein Screencast?

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Der Begriff Screencast ist relativ selbsterklärend, denn das bedeutet im Grunde nur, dass man den Screen, also den Bildschirm, aufnimmt.

Dabei geht es in der Regel aber nicht um einen Live-Cast, sondern um eine Videoaufnahme, die man später nachbearbeitet, schneidet und zum Beispiel auf YouTube veröffentlicht.

Was man dann genau auf dem Bildschirm aufnimmt, ist je nach Anwendungsfall unterschiedlich. Das kann eine Website im Browser sein, andere Apps und Tools, ein Spiel oder was auch immer. Hauptsache es läuft auf dem eigenen Bildschirm.

Hier ist ein Beispiel für einen Screencast, den ich aufgenommen habe. Darin seht ihr die Website Kickstarter.com und ich stelle im Video ein dort gerade laufendes Crowdfunding vor.

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Dabei können solche Bildschirmaufnahmen nur wenige Minuten dauern oder auch Stunden, je nach Zweck und Inhalt.

Was bringt ein Screencast?

Es gibt viele verschiedene Anwendungsmöglichkeiten für einen Screencast. So kann man einfach eine Website vorstellen oder einen bestimmten Inhalt einer Website, wie im obigen Video.

Man kann auch etwas präsentieren, was ich ebenfalls schon gemacht habe. So kann man z.B. mit PowerPoint eine kurze Präsentation erstellen und diese dann per Screencast durchgehen und dazu sprechen. Aber auch Spielaufnahmen, besser bekannt als Let’s Plays, oder die Vorstellung einer Software sind möglich.

Im folgenden Screencast gebe ich 7 Tipps für die richtige Domain und nehme dazu einen Screencast einer Präsentation auf (erstellt mit LibreOffice Impress).

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Das ist ein sehr einfaches Video, aber es funktioniert für den Einsatzzweck sehr gut.

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Vorteile und Nachteile von Screencasts

An diesen beiden Beispielen sieht man schon recht gut, was die Vorteile eines Screencasts sind. Solche Videos sind recht schnell gemacht, auch wenn es natürlich eine gewisse Vorbereitung erfordert. Man muss überlegen, was man aufnehmen möchte, was man sagen und zeigen will etc..

Die Aufnahme selbst ist aber relativ schnell gemacht und es ist zudem kein teures Video-Studio und keine aufwändige Technik notwendig. Im Grunde braucht man nur einen PC oder ein Laptop. Man muss zudem den Aufnahme-Raum vorher nicht aufräumen und sich auch nicht hübsch machen, zumindest wenn man keine Facecam einsetzt.

Ein weiterer Vorteil von Screencasts liegt darin, dass es viele Anwendungsmöglichkeiten dafür gibt. So sind Erklärvideos sehr beliebt auf YouTube und wer irgendetwas erklären möchte, kann das in vielen Fällen als Screencast machen. Sei es nun direkt eine Website oder eine Software zeigen, oder wie oben in dem Video als Präsentation oder ähnliches.

Auch die Nachbearbeitung so eines solchen Screencast-Videos ist recht einfach. Verspricht man sich mal oder gibt es Teile in der Aufnahme, die man nicht zeigen will, dann sind die Stellen schnell rausgeschnitten. Man muss hier z.B. nicht die Aufnahmen verschiedener Kameras zusammenschneiden oder ähnliches, wie das bei einer Studioaufnahme der Fall wäre.

Als Nachteil kann man unter anderem anführen, dass das Urheberrecht so eine Sache ist. Man nimmt fremde Websites oder Tools auf, bei denen man teilweise nachfragen sollte, ob das okay ist. Bei erstellten Präsentationen oder eigenen Websites ist das natürlich wiederum kein Problem.

Let’s Player müssen aber heute in der Regel den Spielehersteller fragen, ob sie ein Let’s Play machen dürfen.

Machst du Screencast-Aufnahmen?

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So kannst du deinen Bildschirm in Windows aufnehmen

Wie schon geschrieben, sollte man vor der eigentlichen Aufnahme planen, was man aufnehmen möchte und wie das ablaufen soll.

Ich überlege mir dazu erstmal grob den Ablauf und gehe kurz die Schritte durch (also z.B. die Website, die ich aufnehmen will oder die Seiten der Präsentation). Oft mache ich mir zudem Notizen, um nichts wichtiges zu vergessen und die Anzahl der “Ähhhmmmms” und anderer Denkpausen zu minimieren.

Notwendige Technik

An sich ist nur ein PC notwendig, aber meist möchte man zumindest noch die eigene Stimme aufnehmen. Dafür kann man ein richtiges Mikrofon nutzen oder z.B. das Mikrofon in der sowieso vorhandenen Webcam.

Eine Webcam nutzen viele allerdings eh in ihren Screencasts, um von sich selbst eine kleine Facecam-Aufnahme in einer Ecke des Videobildes anzuzeigen. Statt einer Webcam (oder richtigen Videokamera) kann man dafür aber auch ein Smartphone nutzen, welches heute ja eine tolle Video-Qualität liefert.

Dann kann es mit der Bildschirmaufnahme schon losgehen und es gibt viele verschiedene Software-Lösungen, die man dazu nutzen kann.

Screencast Software für Windows

Es gibt kostenlose und kostenpflichtige Tools für die Screencast-Aufnahme. Hier stelle ich ein paar Tools vor.

Snagit

Ich nutze schon eine lange Zeit das Tool Snagit. Das kostet zwar etwas, ist aber relativ günstig und sehr leicht zu bedienen. Es ist speziell für Business-Desktop-Aufnahmen gedacht, da die Framerate begrenzt ist.

Wenn man es startet, dann erscheint erst einmal ein Einstellungsfenster, in dem man nicht nur zwischen Bild-Aufnahme und Video-Aufnahme wählen kann, sondern auch noch einige andere Einstellungen möglich sind.

Wie kann man einen Screencast aufnehmen? Snagit

Mit der Option “Video” kann kann man dann sehr einfach einzelne Windows-Fenster oder einen ganzen Bildschirm aufnehmen. Auch eine manuelle Einstellung der Fenstergröße ist möglich. Und dann nimmt man einfach auf.

Anschließend wird das Video im Snagit Editor geöffnet und man kann es entweder direkt dort bearbeiten und schneiden, oder es exportieren und später in einer andere Software weiterbearbeiten.

Camtasia

Vom selben Software-Entwickler stammt auch Camtasia, welches deutlich teurer ist, aber dafür auch für Let’s Plays geeignet ist. Hier ist die Framerate nicht begrenzt und es gibt noch einige andere zusätzliche Features.

Camtasia funktioniert zwar gut, ist dafür aber mit rund 300 Euro auch recht teuer. Wer professionelle Bildschirmaufnahmen macht, kann sich die Software anschauen, aber es gibt günstigere Lösungen.

OBS

Viele nutzen mittlerweile OBS auch für Screencast-Aufnahmen, was auf jeden Fall eine interessante Alternative ist. Es handelt sich bei OBS um eine Aufnahme-Software, mit der viele Streamer und YouTuberInnen arbeiten, um verschiedene Aufnahmequellen in Szenen zu verbinden.

Ich setze OBS in meinem YouTube-Studio ein und füge dort bis zu 3 Kameras plus Mikrofon zusammen. Das funktioniert sehr gut und da OBS kostenlos ist, kann man sich die Software auf jeden Fall mal anschauen. Auch Desktop-Aufnahmen sind damit möglich und man kann sehr einfach zusätzlich eine Facecam einbinden.

OBS Studio für die Desktop-Aufnahme

Allerdings ist OBS nicht ganz unkompliziert und man muss sich erstmal ein wenig einarbeiten und die Möglichkeiten kennenlernen.

XBox Game Bar

Eine eher unbekannte Möglichkeit zur Screencast-Aufnahme bringt Windows 10 und Windows 11 mit. Die XBox Game Bar ist bereits dabei und ist vor allem für die Aufnahme von Spielszenen gedacht. Man kann damit aber auch einen Bildschirm aufnehmen, also Screencasts machen.

Dazu muss man allerdings diese Funktion erstmal in den Windows-System Einstellungen aktivieren. Mit einem Klick auf die Windows-Taste + G öffnet sich dann die Oberfläche und kann man den aktuellen Bildschirm als Video aufnehmen.

Screencast aufnehmen mit XBox Game Bar

Nach der Aufnahme wird das Video dann auf der Festplatte gespeichert und man kann es nachbearbeiten. Das ist sicher nicht die bequemste Möglichkeit einen Screencast aufzunehmen, aber man braucht zumindest keine zusätzlichen Tools.

VLC

Auch mit dem beliebten Videoplayer VLC ist es möglich unter Windows Bildschirmaufnahmen zu machen.

Das ist allerdings doch etwas kompliziert und bei mehreren Monitoren wird auch alles aufgenommen, was meist nicht gewollt ist. Deshalb würde ich VLC eher nicht empfehlen.

Camstudio

Kostenlos ist das Tool Camstudio, welches speziell für Bildschirmaufnahmen entwickelt wurde.

Das Tool bietet nur wenige Funktionen und ist einfach zu bedienen. Wer einfach mal kostenlos Screencasts ausprobieren möchte, kann sich dieses Tool auf jeden Fall genauer anschauen.

Screencast schneiden

Die Aufnahme eines Screencast ist also relativ einfach möglich und am Ende hat man ein Video der Aufnahme. Doch dieses sollte man nicht einfach veröffentlichen.

Es ist sehr zu empfehlen das Video vorher zu schneiden und ggf. zusätzliche Sachen hinzuzufügen. So nutzen viele YouTube-Kanäle eine kurze Intro-Animation oder ähnliches. Diese sollte man davorschneiden. Zudem hat man oft Versprecher oder Pausen in der Screencast-Aufnahme, die man rausschneiden sollte.

Auch zusätzliche Bauchbinden (also kleine Erklärungstexte) kann man nachträglich hinzufügen und damit das Video noch nützlicher machen. Oder man nimmt einen Screencast in mehreren Schritten auf und schneidet am Ende alles zusammen zu einem Video.

Teilweise ist der Videoschnitt direkt in der Aufnahme-Software möglich, wie bei Snagit. Meist aber greift man zu einer Videoschnittsoftware, wie z.B. Davici Resolve. Ich nutze diese Software seit langem und bin davon begeistert.

Hier fügt man einfach die Bildschirmaufnahme hinzu und bearbeitet das Video dann:

Videoschnitt von Screencast

Auch in die Videoschnitt-Software muss man sich erst einmal ein wenig einarbeiten, aber wenn man sich Vorlagen abspeichert, dann geht das irgendwann recht schnell. Ich habe z.B. für meinen Brettspiel-YouTube-Kanal diverse Vorlagen angelegt (Unboxing, Let’s Play, Kickstarter …), so dass ich unter anderem die Screencasts sehr schnell bearbeiten kann.

Screencast als Ergänzung zum Artikel

Als Blogger oder Website-Betreiber muss man sich mittlerweile intensiv darum kümmern, dass die Leser auf der eigene Website länger verweilen und gern wiederkommen. Text allein ist da oft nicht ausreichend und so bauen immer mehr Videos in die eigenen Artikel ein.

Gerade Screencasts bieten sich dafür an, da diese relativ einfach und schnell erstellt sind und zu fast jedem Artikel kann man eine passende Bildschirmaufnahme machen. So könnte man Screenshots einer Software zeigen und diese nochmal vorstellen. Oder man legt eine Präsentation mit den wichtigsten Informationen aus dem Artikel an und fasst den Beitrag damit sehr gut zusammen.

Aber auch für ganze Online-Kurse oder Membership-Sites sind Screencasts eine gute Möglichkeit wertvolle und nützliche Inhalte zu erstellen, die Texte sehr gut ergänzen.

So oder so ist ein Screencast als Ergänzung zu einem Artikel sehr interessant und verhältnismäßig schnell gemacht. Dennoch kostet das natürlich zusätzliche Zeit und man braucht erstmal eine Weile, bevor die Screencast-Aufnahme in Fleisch und Blut übergeht und sehr schnell von der Hand geht.

Nutzt ihr Screencast-Aufnahmen? Wenn ja, für was und welche Software nutzt ihr dafür?

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4 Gedanken zu „Wie kann man einen Screencast aufnehmen? Software, Tipps & Beispiele für die Bildschirmaufnahme“

  1. Guter Artikel!
    Ich habe mich in letzter Zeit auch mit dem Thema Screenrekorder und Videoschnitt beschäftigt und möchte in Bälde eigene Lernvideos machen.
    Ich bin allerdings auf Linux unterwegs und generell ein Verfechter von Open-Source-Software.
    Nicht nur aber auch deshalb finde ich es ein bisschen schade, dass du nicht einmal darauf hin gewiesen hast, dass es auch für Linux und Mac dementsprechende Programme gibt.
    Unter Linux nutze ich z.B. Kazam oder SimpleScreenRecorder
    Funktional und vom Nutzen her aber ein richtig guter Artikel!

    Antworten
    • Hallo Ulrich,
      mein Artikel ist tatsächlich Windows-zentriert, war aber einfach daran liegt, dass ich nur Windows nutze. Ich kann natürlich auch Linux- und Max-Alternativen angeben, aber das wäre nichts, womit ich Erfahrungen gemacht habe und deshalb finde ich solche Empfehlungen dann auch irgendwie wertlos.

      Ich möchte ja eigentlich nur Dinge empfehlen, mit denen ich eigene Erfahrungen gesammelt habe und die ich dadurch wirklich empfehlen kann.

      Na mal schauen, wie ich das in Zukunft handhabe. Evtl. hole ich mir Empfehlungen von anderen (Lesern, Bekannten) ein und binde diese dann mit in den Artikel ein.

      Auf jeden Fall danke für die Hinweis,
      Peer

      Antworten
  2. Guten Morgen Peer,

    ich nutze ebenfalls OBS zur Aufnahme und OpenShot zum Schneiden ( https://www.andreas-unkelbach.de/blog/?go=show&id=1139 ) insbesondere für Online-Training bzw. Software-Schulungen im Bereich SAP. Der Einsatz eines besseren Mikrofons (in meinen Fall ein Lavalier Mikrofon) für die Tonspur war dabei noch eine erhebliche Verbesserung zu vorher :-).

    Meine Frau nutzt zur Bearbeitung von Videos noch das Tool AviUtl – Free Editing Software ( https://www.andreas-unkelbach.de/tools.php#video ), was aber wohl eine etwas größere Einarbeitung erfordert, aber erstaunlich schnell in der Videobearbeitung ist und die Ergebnisse mich immer wieder überraschen.

    Ein wichtiger Punkt bei der Verwendung von Screencasts ist, neben Screencast, auch die Frage wo diese Videos später gespeichert werden sollen. Sofern nicht im eigenen Webhosting besteht immer die Gefahr, dass hier auch Videoplattformen dann nach Abspielen des Videos weitere, vielleicht nicht gewünschte, Videos mit vorschlägt. Hier gibt es durchaus auch Videoplattformen, die dieses unterbinden oder auch die Möglichkeit eine Cloudplattform für die Videos zu verwenden.

    Antworten
    • Hallo Andreas,
      OpenShot hatte ich auch mal ausprobiert, bin dann aber zu Davinci gewechselt und nach einer Einarbeitungsphase bin ich dabei geblieben. Wenn man erstmal was gefunden hat, mit dem man klarkommt, dann bleibt man da meist. Am Ende kann man mit den meisten Tools gute Ergebnisse erzielen.

      Das Hosting-Thema ist auf jeden Fall interessant und je nach Abwendungsfall ist YouTube nicht ideal.

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