Viele kleine oder wenige große Websites bzw. Blogs? Das ist eine Frage, die sich früher oder später jeder ernsthaften Website-Betreiber oder Blogger stellt.
Mit der Zeit wächst die eigene Website oder der eigene Blog und es stellt sich die Frage, wie man sich insgesamt weiter entwickeln möchte. Lohnt es sich weitere Websites bzw. Blogs zu starten?
Ich möchte mal einen Blick auf 2 Strategien werfen und deren Vor- und Nachteile beleuchten. Zudem gebe ich natürlich auch einige Tipps und schildere meine Erfahrungen.
Hinweis:
Wenn ich im weiteren Verlauf des Artikels von Websites rede, meine ich auch Blogs. Sie unterscheiden sich zwar vom Aufbau und vom Pflegeaufwand, aber für die Vor- und Nachteile in diesem Artikel macht es kaum einen ´ Unterschied.
Inhalt
ToggleStrategie „viele kleine Websites“
Eine gängige Strategie ist es, viele kleine Nischenwebsites zu erstellen. Da hat man zwar für jede Website nur wenig Zeit und das sieht man den Websites natürlich in gewisser Weise auch an, aber hier macht es eben die Summe aller Websites.
Vorteile vieler kleiner Websites:
- Die Zahl der Hacker-Angriffe auf Websites nimmt immer weiter zu. Mit vielen kleinen Websites hat man dahingehend 2 Vorteile. Erstens steht man mit kleinen Websites nicht so im Fokus solcher Angriffe. Zweitens ist der Schaden für den Webmaster geringer, wenn nur eine einzelne kleine Website ausfällt.
- Viele kleine Websites kann man auf mehreren Hostern verteilen. Damit wird auch hier das Risiko (z.B. von Ausfällen) gestreut und es ist möglich, sich untereinander Links zu spendieren und damit die Nischenwebsites zu pushen. Allerdings sollte man das vorsichtig tun und nicht übertreiben.
- Es gibt unendlich viele kleine Nischen, die aber auch nicht so viele Besucher haben. Mit vielen kleinen Websites kann man diese Themen ohne viel Aufwand abdecken und zudem noch gut in Google dafür ranken.
- Es ist auch denkbar, dass man mit mehreren kleinen Websites ein Mehrfachranking zu bestimmten Themen schafft. Das bedeutet, dass man zu bestimmten Suchbegriffen mehrmals in den TOP 10 bei Google auftaucht.
- Die Einnahmen sind über viele Websites verteilt und damit einfach sicherer und stabiler. Zudem kann man auf unterschiedliche Einnahmequellen setzen.
- In der Summe ist es bei vielen kleinen Websites möglich mehr Traffic zu bekommen, als auf einer einzigen größeren Website.
- Man muss auch nicht so viel Rücksicht auf eine kritische Community nehmen. Das kann schon von Vorteil sein, wenn man manche Trolle sieht.
Nachteile vieler kleiner Websites:
- Viele kleine Websites zu erstellen und zu pflegen ist insgesamt anstrengender, als sich nur um eine Website zu kümmern. Hier sind Stress und ein möglicher Burnout ein Risiko.
- Die Anpassungen von vielen kleinen Websites ist deutlich aufwändiger. Wenn ich z.B. daran denke, was es für einen Aufwand macht, WordPress diversen Website zu updaten oder die Datenschutzerklärung anzupassen.
- Kleine Websites haben insgesamt weniger Möglichkeiten Geld zu verdienen. Viele Einnahmequellen werden erst zugänglich, wenn man eine gewissen Website-Größe und damit Traffic erreicht hat.
- Kleine und nicht so intensiv aktualisierte Websites genießen oft weniger Vertrauen bei Google, aber auch bei den Besuchern.
- Mit einem Netzwerk von vielen kleinen Websites ist man vor allem von Suchmaschinen-Traffic abhängig. Kleine Websites haben selten eine größere Community oder Stammleser. Auch in Social Websites kann man kleine Websites oft schlechter pushen.
Strategie „eine große Website“
Eine andere Strategie ist es, alles auf eine Karte zu setzen und eine große Website zu bauen. Dies hat ebenfalls Vor- und Nachteile, die ich im Folgenden anspreche.
Vorteile einer großen Website:
- Mit nur einer Website kann man alle Zeit und Energie in diese stecken. Man kann sehr aufwendige Inhalte (z.B. Videos oder Podcasts) realisieren und sich damit von anderen Websites zu diesem Thema absetzen.
- Da der Linktausch nicht mehr im großen Stil zu empfehlen ist und man z.B. durch Social Websites viele Backlinks bekommen kann, spricht vieles für nur eine Website.
- Mit einer größeren Website stehen einem mehr Verdienstmöglichkeiten offen. Bestimmte Einnahmequellen öffnen sich erst ab bestimmten Nutzerzahlen.
- Ein große Website schafft es i.d.R. eine größere Community aufzubauen. Damit wird man nicht mehr so abhängig vom Suchmaschinen-Traffic und kann Social Websites besser nutzen. Auch Newsletter funktionieren da meist besser.
- Die technische und inhaltliche Wartung (z.B. bei Updates) ist bei nur einer Website deutlich weniger aufwendig.
- Nicht zu unterschätzen ist das Herdenverhalten. Viele Internet-Nutzer wenden sich lieber bereits populären Angeboten zu.
- In Social Networks funktionieren große Websites oft besser als Nischenwebsites. Die eigene Community pusht einen da deutlich weiter, als das bei kleinen Websites möglich ist.
- Mit einer großen Website wird vieles einfacher. Man erhält einfach deutlich mehr Aufmerksamkeit. Frei nach dem Motto „Die zweite Million ist einfacher als die erste“.
Nachteile einer großen Website:
- Jedes Thema erreicht irgendwann seinen Peak. Wenn es in den Suchergebnissen bei den Hauptkeywords nicht mehr hoch geht und kaum noch Besuchersteigerungen erreicht werden, hat man evtl. schon das Limit mit einer Website erreicht.
- Große Website müssen sich mit Themen beschäftigen, die populär sind. Diese Massenthemen sind aber meist schon so sehr umkämpft, dass es schwer ist gegen die etablierten Websites zu gewinnen.
- Es ist sehr zeitaufwändig eine große und treue Community aufzubauen. Das dauert viel länger, als Suchmaschinentraffic auf Nischenwebsites zu bekommen.
- Wenn etwas mit der einen Website passiert (Hack, Server down, starke Konkurrenz) dann brechen die Einnahmen komplett ein. Man hat nur dieses eine Standbein.
- Man läuft mit einer großen Website natürlich Gefahr in das Visier von Neidern zu gelangen. Man fliegt sozusagen über dem Radar und nicht darunter, wie bei den kleinen Nischenwebsites.
Eine Kombinationslösung

Dazu baue ich im Zentrum meines Netzwerkes 2-3 große Websites bzw. Blogs auf, die wirklich viel Traffic bekommen und auch relativ viel Arbeit erfordern. Diese großen Projekte sollen dann auch eine Community aufbauen und entsprechen damit der Strategie „eine große Website“.
Ein mittlerweile sehr großes Projekt ist mein Brettspiel-Blog, der im Oktober erstmals mehr als 100.000 Seitenaufrufe erreicht hat. Der kostet viel Zeit und Arbeit, bietet aber auch großes Potential.

Klein, aber fein ist z.B. meine Mikrofon und Podcast Website, in die ich deutlich weniger Zeit investiere, die sich aber auch gut entwickelt.
Dieses Modell vereint die Vorteile beider Strategien. Man verringert das Risiko und schafft sich zudem weitere Einnahmequellen / Standbeine. Allerdings ist der Aufwand dafür natürlich nicht zu unterschätzen. Die großen Websites erfordern viel Zeit, aber auch in die kleinen Websites muss Arbeit gesteckt werden.
Generell muss man sagen, dass man von einer starken großen Website aus natürlich viel einfacher weitere themenverwandte Websites aufbauen kann. Man hat schließlich schon viele Leser, die sich ebenfalls für die verwandten Themen interessieren.
Eine umfangreiche Anleitung zum Aufbau eines großen Blogs findet ihr bei mir ebenso, wie mein Nischenseiten-Aufbau E-Book.
Viele kleine oder wenige große Websites bzw. Blogs?
Wie ihr seht, kann man keine abschließende und eindeutige Antwort geben. Beide Strategien „viele Kleine“ und „eine Große“ haben ihre jeweiligen Vor- und Nachteile.
Diese sollte jeder Webmaster bzw. Blogger abwägen, bevor er sich für einen Weg entscheidet. Evtl. ist der gezeigte Zwischenweg eine Lösung, um die Vorteile beider Strategien möglichst zu vereinen und dabei die Nachteile zu verringern.
Ich kann jedenfalls nur empfehlen erstmal klein anzufangen und dann nach und nach das eigene Website- und Blog-Imperium aufzubauen.
Welche Strategie fahrt ihr?
Mich würde es nun natürlich interessieren, welche Strategie ihr verfolgt. Setzt ihr lieber auf eine große Website oder auf viele kleine?
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