Selbstständigkeit und Familie – Tipps für die schwierige Gratwanderung

Selbstständigkeit und Familie - Tipps für die schwierige GratwanderungHeute möchte ich das wichtige Thema Selbstständigkeit und Familie aufgreifen.

Wie schon im Artikel Vor- und Nachteile der Selbständigkeit gezeigt, ist es bei vielen Selbstständigen nichts mit einem 8 Stunden-Tag. 14 Stunden am Tag auf Arbeit und auch am Wochenende arbeiten strapaziert nicht nur die eigene Leistungsfähigkeit, sondern auch das Familienklima.

Was kann man tun, damit die Selbstständigkeit nicht auf Kosten der Familie geht?

Es gibt keine Patentrezepte für Selbstständigkeit und Familie

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Jeder Selbständige muss sich bewusst sein, dass eine Partnerschaft vieles, aber nicht alles aushält.

Ein verständnisvoller (Ehe-)Partner ist eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Selbstständigkeit. Trotzdem ist es wichtig, dass man selbst aktiv dafür sorgt, dass man am Ende nicht vor einem Scherbenhaufen stehen.

Viele nehmen die eigene Familie als Selbstverständlichkeit hin, aber das ist sie nicht. Deshalb ist es wichtig selbst aktiv zu werden.

Gutes Zeitmanagement

Natürlich muss man für den Aufbau einer erfolgreichen Selbstständigkeit auch was opfern. Im Schongang wird man in der Regel nicht erfolgreich. Dazu gehören Dinge wie mehr Überstunden, weniger Freizeit, auf Eis gelegte Hobbys und sicher auch ein wenig die eigene Gesundheit, auch wenn man hier natürlich gut aufpassen sollte, es nicht zu übertreiben.

Vor allem aber sollte man nicht das eigene Familienglück opfern, denn das ist für viele das wichtigste und der Anker im Leben.

Deshalb halte ich es für sehr wichtig, gut zu planen und sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Oft ist genug Zeit für Arbeit und Familie vorhanden, aber man verzettelt sich in Kleinigkeiten und unwichtigen Dingen. Und am Ende sitzt man wieder bis es dunkel wird auf Arbeit.

Deshalb ist es wichtig loslassen zu lernen. Arbeit zu deligieren oder unrentable Kunden abzustoßen ist nicht einfach, aber wichtig.

Die konsequente Trennung von Selbstständigkeit und Privatleben ist mit der Zeit ebenfalls wichtig. Gerade als alleinstehender Gründer trennt man das kaum, aber wenn dann ein Partner und auch noch Kinder da sind, braucht man Zeit für die Familie. Nur so kann man den Kopf frei bekommen und wirklich zu Hause sein.

Vielen hilft es da schon sehr, nicht im Heimbüro zu arbeiten, auch wenn das natürlich wieder andere Vorteile hat.

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Prioritäten setzen

Im Folgenden liste ich ein paar praktische Tipps auf, wie du sicherstellen kannst, dass du Familie und Selbstständigkeit unter einen Hut bekommst:

  • Stell deine Familie an die Nummer 1 Position deiner Prioritätenliste, wenn dies nicht sowieso schon so ist.
  • Nimm dir fest vor, jeden Tag etwas mit deinem Kind und/oder deinem Partner zu unternehmen. Auch kleine und normale Dinge des Alltags sind wichtig.
  • Wer zu einem festen Zeitpunkt Feierabend macht, der ist viel motivierter die eigenen Aufgaben zügig zu schaffen.
  • Halte dir generell einen Abend in der Woche frei, um Zeit nur mit deinem Partner zu verbringen. Manch einer nennt das Datetime, auf jedem Fall ist es wichtig, dass man auch immer mal wieder was zu zweit macht.
  • Plane frühzeitig das Wochenende. Das hilft dabei die beruflichen Aufgaben entsprechend einzutakten und zudem motiviert es nach meiner Erfahrung auch sehr, mit den Aufgaben fertig zu werden.
  • Triff dich mit Freunden und Bekannten, die nicht selbständig sind. So vergisst du nicht, dass es auch ein Leben außerhalb der Selbstständigkeit gibt. Das rückt viele Dinge wieder in die richtige Perspektive.
  • Rede mit deinem Partner über Probleme in der Selbstständigkeit, aber lass deine schlechte Laune niemals an der Familie aus.
  • Treibe Sport und ernähre dich gesund. Nur wer körperlich fit ist, bleibt auf lange Sicht ein glücklicher Selbstständiger. Und davon hat auch deine Familie was.
  • Geld statt Zeit zu investieren ist eine weitere Möglichkeit zur Prioritätensetzung. Gerade als Gründer will man alles selbst machen, aber man muss lernen zu deligieren und manche Sachen sollte man lieber nicht mehr selbst machen. Das spart viel Zeit, die man dann wieder für die Familie hat.

Das sind mit Sicherheit nicht alle Tipps zum besseren Zeitmanagement, aber wer Selbstständigkeit und Familie unter einen Hut bekommen will, muss sich damit auf jeden Fall beschäftigen.

Meine Erfahrungen mit Selbstständigkeit und Familie

Bei meiner Gründung war ich schon verheiratet und hatte eine zweijährige Tochter. Das bedeutet, dass ich damals bereits einige Verantwortung hatte. Das hat sehr motiviert. Ich habe tagsüber gearbeitet, den Nachmittag mit Familie verbracht und Abends dann wieder bis in die Nacht gearbeitet.

Das hat an sich auch gut funktioniert und ich habe in den ersten Jahren viele Überstunden gemacht. Dennoch war es natürlich manchmal zu viel, da ich gerade Abends oft nicht viel Zeit mit meiner Frau verbringen konnte.

Als das zweite Kind kam, stieg natürlich wieder der Zeitaufwand für die Familie, auch wenn die Erfahrungen mit dem ersten Kind geholfen haben. Meine Frau hat sich dann ebenfalls selbstständig gemacht und in den ersten Jahren viele Überstunden abgerissen. Die Kinder kamen in die Schule, was zusätzlich Arbeit und Zeitaufwand für die Familie bedeutet hat.

Ich habe zu dieser Zeit dann einfach weniger gearbeitet. Sicher gab es mal Schwankungen im Arbeitsaufwand, aber ich habe besser abschalten gelernt, unter anderem durch ein externes Büro. Ich habe Prioritäten gesetzt und den Fuß ein wenig von Gaspedal genommen. So hatte ich mehr Zeit für die Familie.

Zudem ist mir mein Privatleben in den letzten Jahren einfach noch wichtiger geworden ist. Man wird älter und merkt noch stärker, was wirklich wichtig ist und wie schnell es auch vorbei sein kann. Deshalb versuche ich heute so viel Zeit mit meiner Familie, der Verwandtschaft und mit Freunden zu verbringen, wie möglich.

Und meine Selbstständigkeit ist nicht eingebrochen, auch wenn mal was länger liegenbleibt, als früher. Auch das war eine wichtige Erkenntnis für mich.

Fazit

Die Gratwanderung zwischen Selbstständigkeit und Familie ist nicht einfach und eine Patentlösung gibt es nicht. Jeder muss für sich selbst und seine eigene Situation den optimalen Weg finden. Ich bin mir aber sicher, dass es in den allermeisten Fällen eine Möglichkeit gibt beides gut zu kombinieren.

Und wenn das nicht möglich ist, dann sollte man gut darüber nachdenken, ob die eigene Selbstständigkeit in dieser Form überhaupt Sinn macht. Leider scheitern nicht wenige Selbstständige genau daran.

Sei dir immer bewusst, für wen du 14 Stunden am Tag arbeitst. Nur für dich allein oder für deine gesamte Familie? Deine Familie braucht aber nicht nur Geld, auch wenn das natürlich wichtig ist. Deine Familie braucht vor allem Zeit mit dir.

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7 Gedanken zu „Selbstständigkeit und Familie – Tipps für die schwierige Gratwanderung“

  1. Hallo Peer,

    toller persönlicher Beitrag. Gerne mehr davon. Wie habt ihr das denn mit der Kinderbetreuung hinbekommen? Hatte deine Frau Verständnis für die Zeit, die du in die Selbständigkeit gesteckt hast oder gab es da auch viele Streitereien? Gerade als sich deine Frau auch noch selbständig gemacht hat – wie habt ihr das mit der Kinderbetreuung gemacht? Hattet Ihr Unterstützung vor Ort und würdest du sagen, das unter den Kindern die Selbständigkeit gelitten hat bzw. diese beeinträchtigt hat? Ich nehme es gerade so bei mir wahr und muss dazu sagen, das ich noch im HomeOffice bin. Aber mit einem 12 Monate altem Säugling ist es nicht gerade einfach.
    Viele Grüße und danke für die Einblicke!

    Antworten
    • Hallo Erik,
      meine Frau hatte großes Verständnis. Sie kannte es auch schon aus ihrer Familie und deshalb wusste sie, dass die erste Zeit schwierig ist. Wer sein Leben lang nur 9 to 5 Jobs kannte, für den ist so eine Gründungsphase sicher schwerer zu akzeptieren.

      Als sich dann meine Frau selbstständig gemacht hat, war mein Business so weit etabliert, dass ich mich um die Kinder kümmern konnte und sie den Rücken frei hatte. Das hat insgesamt sehr gut geklappt, auch wenn es natürlich immer mal schwere Phasen gibt. Das ist doch ganz normal.

      Ob die Kinder gelitten haben, ist schwer zu beurteilen. Sicher haben wir auch mal weniger Zeit für sie gehabt, aber das ist in anderen Familien ja auch mal der Fall. Insgesamt sind wir mit unseren Töchtern aber sehr glücklich und mittlerweile hat sich ja bei uns beiden das alles normalisiert.

      Antworten
  2. Jede Selbständigkeit – vor allem am Anfang – bedeutet gewaltige Opfer. Baut man sich sein Business neben einem Vollzeitjob auf, hat man für einige Jahre Null Freizeit, da die Arbeit plus Selbständigkeit alles von einem abverlangen.

    Respekt für jede Familie, die das über Jahre mitmacht. Ich bin selber Single, doch merke ich meine Grenzen bei einem Vollzeitjob und der nebenberuflichen Selbständigkeit. Mit einer Familie wüsste ich beim besten Willen nicht, ob ich es packen würde.

    Viele Grüße
    Sladjan Lazic

    Antworten
    • Nebenberuflich eine Selbstständigkeit aufzubauen ist sicher machbar, aber wie du schon schreibst, mit Opfern verbunden. Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden und wer einen normalen Job und etwas Nebenberufliches unter einen Hut bekommen will, muss halt woanders Abstriche machen.

      Ich schaue z.B. so gut wie kein normales Fernsehen mehr. Wenn dann etwas Sport oder Netflix, aber auch nicht mehr jeden Tag viele Stunden, wie es früher mal mit dem Fernsehen war. Dafür habe ich jetzt Zeit für andere Dinge.

      Antworten
  3. Hallo Peer,
    ich habe selbst eine kleine Familie und danke dir erstmal für deine Tipps. Ich verfolge deinen Blog immer wieder und finde jedes Mal neue Denkanstöße und coole Ideen. Allerdings fehlt es mir schwer alles unter einen Hut zu bekommen. Ich bin Angestellter und in meiner “Freizeit” sitze ich oft noch ein paar Stunden am Computer, um mich um meine Webseiten zu kümmern oder mich weiter zu bilden. Hast du vielleicht noch Empfehlungen bzw Links zu weiteren Tipps, die sich mit Zeitmanagement und der eigenen Familie beschäftigen?
    Viele Grüße
    Sebastian

    Antworten
  4. Hallo meine Frau möchte gerne mit zu dem Bank Gespräch wo ich den Kredit beantrage, sie hat Schufa Einträge und möchte dies gerne selber erklären ( das kann ich auch garnicht). Wie sehen Sie das ist das Sinnvoll, meine Frau denkt das sie da auch einbezogen werden möchte. ( sie macht grade eine Umschulung zur Bürokauffrau damit sie das Büro leiten kann.) Ich sehe das allerdings so das die da garnichts zusuchen hat. Bitte um Rat. Lg

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