Es ist mal wieder Zeit auf die Entwicklung einer meiner Nischenwebsites zurückzublicken. Diesmal geht es um Hochpreis-Produkte.
Diese Nischenwebsite habe ich nicht während einer Nischenseiten Challenge erstellt, sondern gehe damit nun zum ersten mal an die Öffentlichkeit.
Warum ich mich für besonders hochpreisige Produkte entschieden habe, wie sich die Website seit dem Start entwickelt hat und welche Erfahrungen ich dabei sammeln konnte, erfahrt ihr im Folgenden. Zudem gehe ich auf Rankings, Traffic und Einnahmen dieser Nischenwebsite ein.
Inhalt
ToggleNischenwebsite mit Hochpreis-Produkten
Ich habe in den letzten Jahren einige Nischenwebsites umgesetzt, dabei aber bisher immer Produkte bevorzugt, die zwischen 100 und 200 Euro liegen. Mit dieser Nischenwebsite bin ich davon zwar schon ein wenig abgewichen, aber auch dort lag nur ein Teil der Produkte über dieser Spanne.
Zudem habe ich darauf geachtet, dass die Produkte in eine Amazon-Kategorie fallen, bei der es zwischen 3 und 7 % Provision gibt. Das führt dazu, dass die Produkte nicht zu teuer waren und Spontankäufe möglich sind. Dennoch gibt es ordentliche Provisionen je Verkauf.
Das hat sehr gut funktioniert, wie man an diesen Beispielen sieht.
Warum habe mich also nun an Hochpreis-Produkte gewagt, wenn meine bisherige Vorgehensweise doch so gut funktioniert hat?
Ich möchte immer wieder Neues ausprobieren und Ideen testen. Nur so kann man dazulernen und entwickelt sich weiter. Zudem bringen solche Erfahrungen auch die Möglichkeit mit sich, wieder interessante Artikel zu verfassen und neue Tipps und Informationen in mein Nischenseiten-Aufbau E-Book einfließen zu lassen.
Also habe ich mir verschiedene Produkte mit Preisen von 1.000 Euro oder mehr angeschaut, die zudem nicht allzu beratungsintensiv sind. Natürlich habe ich mich hier wieder auf das Amazon Partnerprogramm konzentriert, da gerade bei solch hochpreisigen Produkten viel Vertrauen in den Online-Shop vorhanden sein muss.
Infrarotsauna und mehr
Ich bin wieder meine eigenen Interessen durchgegangen und habe weitere Brainstorming-Techniken genutzt. Herausgekommen ist eine Liste mit verschiedenen Produkt-Nischen, unter anderem auch das Thema „Infrarotsauna“.
Diese Nischen habe ich dann wieder nach den 3 Faktoren analysiert, die ich bei Nischenwebsites für am wichtigsten halte.
Suchvolumen
Zuerst habe ich mir das Suchvolumen angeschaut. 2015 habe ich dafür Market Samurai genutzt (gibt es leider nicht mehr), heute habe ich es mit kwfinder.com gemacht.
(Keyword-Suchvolumen-Analyse mit kwfinder.com)
Mein Hauptkeyword „infrarotsauna“ hatte damals 4.400 Suchen im Schnitt pro Monat. Heute sind es 6.600 im Schnitt. Das Keyword „infrarotkabine“ hatte damals sogar 14.800 Suchen im Schnitt pro Monat. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, beide Begriffe als Hauptkeywords in meiner Nischenwebsite zu nutzen.
Dazu muss man sagen, dass beide Keywords eine saisonale Komponente haben. Im Winter werden diese natürlich stärker gesucht, als im Sommer. Allerdings gibt es ganzjährig Suchvolumen, anders als bei meiner Poolheizungs-Nischenwebsite
Bei der Recherche sind mir zudem viele andere interessante Keywords aus diesem Themenbereich aufgefallen. So z.B. „infrarotstrahler“, „gartensauna“ und „fasssauna“, welche damals alle circa 5.400 Suchanfragen im Monat hatten, heute aber teilweise schon deutlich mehr.
Die Analyse des Faktors „Suchvolumen“ war auf jeden Fall positiv.
Konkurrenz
Als zweites habe ich mir die Konkurrenz in Google angeschaut. Gerade bei den Hauptkeywords möchte man in einer relativ kleinen Nische weit nach vorn kommen, was einfacher fällt, je schwächer die Konkurrenz ist.
Ich habe die Konkurrenz mit Market Samurai analysiert und hier sehr ihr das Ergebnis von damals:
(Konkurrenz-Situation 2015 mit Market Samurai)
Die vielen grünen Boxen deuten darauf hin, dass es sich um eine verhältnismäßig leichte Konkurrenz-Situation handelt. Es gibt nur wenig gelb und rot, was auf jeden Fall sehr positiv ist. Damals waren eher allgemeine Seiten zu Saunen, Shops und Preisvergleiche in den Google Top 10 zu finden.
Damit konnte ich auch bei der Konkurrenz-Analyse ein positives Fazit für die Nische ziehen.
Finanzielles Potential
Zu guter Letzt habe ich mir das finanzielle Potential angeschaut. Zwar hatte ich mich ja schon für recht teure Produkte entschieden, aber es kommt natürlich sehr auf die prozentuale Provision an.
Da Saunen bei Amazon in den Bereich Baumarkt fallen, gibt es 5% Provision für Affiliates, was sehr gut ist. Es gibt gerade im Bereich Technik viele Produkte, bei denen es lediglich 1% gibt.
Aber diese 5% sind in Verbindung mit den hohen Preisen sehr gut. Bei einem Warenwert von 1.000 Euro sind das 50 Euro Provision mit einem Verkauf. Das kann sich sehen lassen. Dafür wusste ich allerdings auch, dass weniger Verkäufe zu erwarteten sind, aber das ist okay.
Des Weiteren habe ich mir das Potential von Google AdSense angeschaut. Die vorgeschlagenen AdWords-Klickpreise im Google AdWords Keyword Tool sahen ebenfalls sehr gut aus.
Für „infrarotkabine“ lag der vorgeschlagene Klickpreis bei 2,08 Euro und für „infrarotsauna“ bei 1,63 Euro. Das sind sehr gute Werte. Die Provision bei einem AdSense-Klick wären also 1,10 – 1,40 Euro im Schnitt.
Auch beim dritten Faktor fiel meine Analyse sehr positiv aus. Und so habe ich mich dann letztendlich entschieden, eine Hochpreis-Nischenwebsite zum Thema Infrarotsauna/Infrarotkabine umzuetzen.
Umsetzung
Wie schon bei meinen vorherigen Nischenwebsites habe ich mich dazu entschlossen, diese auf WordPress-Basis umzusetzen, genauso wie ich es in meinem Nischenseiten-Aufbau E-Book ausführlich erkläre. Eine kleine und einfache Nischenwebsite ist schnell aufgebaut.
Bei der Domain habe ich mich trotz der bessere Suchvolumen-Werte von „infrarotkabine“ für „infrarotsauna“ entschieden. Zum einen wollte ich einfach das Wort „Sauna“ in der Domain haben. Zum anderen war es auch eine Bauchentscheidung. Eine Doppel-Keyword-Domain wollte ich hier nicht haben, weshalb ich mich für den Zusatz „kaufen“ entschieden habe. Die Domain lautet also infrarotsauna-kaufen.de
Ganz so entscheidend ist die Domain aber heute nicht mehr für gute Rankings in Google, auch wenn es sicher nicht schadet, das Hauptkeyword in der Domain zu haben.
Technik
Ich hatte kurz vorher eine WordPress Multisite Installation aufgesetzt, weshalb ich meine Nischenwebsite auch darauf angelegt habe. Als Hoster nutze ich all-inkl.com.
Da alles schon vorhanden war, konnte ich einfach und schnell die neue Nischenwebsite aufsetzen. Ich musste nichts neu installieren und konnte die bereits vorhanden Plugins nutzen, die ich für meine anderen Websites auf dieser Multisite-Installation bereits installiert hatte.
Layout
Auch beim Layout sparte ich durch die Multisite-Basis viel Zeit. Ich habe das bestehende und bereits angepasste Twenty Thirteen Theme auf der Hochpreis-Nischenwebsite genutzt. Optisch habe ich es mit dem Plugin Simple CSS angepasst.
So habe ich z.B. einen warmen Farbton für die gesamte Website gewählt, der gut zur Sauna passt. Im Header habe ich zudem ein Fotolia-Bild (© anitasstudio) eingebaut, was die Stimmung perfekt einfängt und auch die Basis für meine Farbwahl war.
Mit ging es beim Layout darum Emotionen zu wecken und gleichzeitg eine gute Übersicht zu ermöglichen. Das ist mir recht gut gelungen, wie ich finde, auch wenn es sicher unterschiedliche Geschmäcker gibt.
Inhalt
Für die Inhalte habe ich natürlich Recherche betrieben und mich in das Thema eingearbeitet. Auf die Ideen für einzelne Artikel bin ich unter anderem durch Frage-Tools gekommen. Dazu kamen dann noch eigene Ideen und ich habe mir unter anderem auch die Fragen und Antworten auf den Amazon-Produktseiten angeschaut.
Aber ich habe nicht nur direkt zu Infrarotsaunen was geschrieben, sondern z.B. auch über passendes Zubehör. Insgesamt sind so zum Start der Nischenwebsite 10 Artikel zusammengekommen. Mittlerweile sind es 15 Artikel plus 4 Seiten (inkl. Homepage, Impressum und Datenschutz). Also gar nicht mal so viel. Bisher habe ich nur 2 Saunen genauer vorgestellt, aber da wird in Zukunft noch einiges dazukommen.
Zudem gibt es aktuelle Angebote von Amazon, die ich mit dem Plugin Amazon Affiliate for WordPress (AAWP) anzeige, genauso wie Produktboxen, Angebote und beliebte Produkte. Das ist einfach mein Lieblings-Amazon-Plugin.
Allerdings gibt es auf Amazon keine speziellen Bestseller-Listen für „Infrarotsaunen“ und „Infrarotkabinen“, weshalb ich stattdessen einfach eine Liste dieser Produkte anzeigen lasse, sortiert nach Beliebtheit.
SEO und Marketing
Nachdem die Nischenwebsite soweit fertig war, habe ich einige Backlinks auf eigenen Projekten gesetzt, aber nicht wirklich viele. Durch die Inhalte habe ich dann später weitere Backlinks bekommen.
Ganz aktiv habe ich dagegen Onpage-SEO betrieben. Dafür nutze ich das Plugin Yoast SEO, welches viele Optimierungen ermöglicht und zudem beim Schreiben der Artikel ebenfalls unter die Arme greift.
Ansonsten habe ich nicht wirklich was gemacht. In einer gut gewählten Nische mit wenig Konkurrenz reicht das aber auch meist aus. Deshalb ist die Nischenwahl so wichtig!
Entwicklung der Hochpreis-Nischenwebsite
Nun möchte ich mir mal die Entwicklung meiner Nischenwebsite anschauen. Davor blicke ich aber erstmal auf die Entwicklung der Nische selbst.
Dazu habe ich die beiden Hauptkeywords in Google Trends eingegeben:
Das sieht recht stabil aus und zuletzt ging das Interesse sogar nach oben. Deshalb sehe ich recht positiv in die Zukunft.
Traffic und Rankings
Die Nischenwebsite ist im September 2015 online gegangen und es war ein sehr langsamer Beginn. Das ist aber kein Problem für mich, da ich sowieso gute Erfahrungen damit gemacht habe, neue Websites einfach etwas „liegen zu lassen“.
Im Winter 2016/2017 gab es dann schon eine gute Entwicklung, da die Besucherzahlen deutlich anstiegen. Im aktuellen Winter 2017/2018 ging es dann steil bergauf, wie man an diesem Google Analytics Chart sehen kann:
Im November wurden 8.796 Sitzungen und 18.279 Seitenaufrufe gemessen, was bisher der Monats-Bestwert ist. Geduld zahlt sich aus, wie ich nicht zum ersten mal feststelle. Und wer sagt, dass Nischenwebsites nicht mehr funktionieren?
Bei den Rankings liegt meine Nischenwebsite mittlerweile auch sehr gut im Rennen. Für „infrarotsauna“ ist es aktuell die Position 3 und für „infrarotkabine“ sogar Position 2 in Google. Bei „infrarotsaunen“ stehe ich momentan auf Position 1.
Zudem gibt es massig Longtail Rankings auf vorderen Positionen in Google. So liege ich z.B. für „infrarotsauna kaufen“, „sauna mit infrarot“ und „infrarotkabinen preise“ auf der ersten Position.
Alles in allem also sehr gute Google-Rankings und das ganz ohne gekaufte Links oder überhaupt große SEO-Anstrengungen.
Einnahmen
Doch zahlt sich die gute Traffic-Entwicklung wirklich in barer Münze aus?
Auch hier ging es sehr schleppend los, was verständlich ist, da der Traffic zu Beginn gefehlt hat. Doch nach und nach haben sich auch die Einnahmen positiv entwickelt.
Mit dem Amazon Partnerprogramm habe ich 2016 noch 198,32 Euro eingenommen, 2017 waren es schon 1.233,32 Euro. Das ist eine Steigerung von 522% zum Vorjahr. Für 2018 erwarte ich eine weitere Steigerung, auch wenn sie sicher nicht mehr in dieser Größenordnung liegen wird.
Neben einer Reihe Infrarotsaunen/-kabinen, die natürlich jeweils ordentliche Provisionen gebracht haben, gab es auch viel kleinen „Beifang“ auf Amazon.
Google AdSense habe ich dagegen lange Zeit nicht auf dieser Nischenwebsite genutzt, sondern erst im Laufe des November 2017 eingebaut. Im Dezember brachte diese Einnahmequelle dann gleich mal 90,27 Euro ein. Es lohnt sich also AdSense hier zu nutzen.
Warum habe ich AdSense erst so spät eingebaut? Ich wollte nicht gleich am Anfang AdSense-Anzeigen drin haben, um keine Besucher abzuschrecken. Zudem war der Cookie-Hinweis notwendig und das fand ich erstmal auch nicht so toll. Generell hatte ich Bedenken, dass AdSense die Affiliate-Sales kanibalisieren könnte. Aber das ist zum Glück nicht passiert. Da ich auf anderen Nischenwebsites positive Erfahrungen bei der Kombination von AdSense und Affiliatelinks machen konnte, habe ich das nun auch hier umgesetzt.
Und diese Kombination hat dafür gesorgt, dass der Dezember 2017 mit 393,46 Euro der bisher lukrativste Monat war. Der eCPM lag im Dezember bei 28,63 Euro pro 1.000 Seitenaufrufen. Da kann man nicht meckern.
Insgesamt waren es 2017 Einnahmen von 1.342,15 Euro.
Die Zukunft meiner Hochpreis-Nischenwebsite
Meine Nischenwebsite hat sich sehr gut entwickelt und wirft nun wirklich relevante Einnahmen ab. Deshalb werde ich in den kommenden Monaten die Nischenwebsite weiter ausbauen und seit längerer Zeit mal wieder etwas daran machen.
Ideen für neue Artikel sind bereits vorhanden, aber sicher werde ich auch nochmal recherchieren und neue Artikel-Themen zusammentragen. Zudem wird es weitere Produktvorstellungen geben.
Auf diese Weise hoffe ich, dass die Zahl der Besucher spätestens Ende 2018 neue Rekordwerte erreicht und damit auch die Einnahmen steigen.
Erfahrungen und Tipps zu Hochpreis-Produkten
Zum Schluss meines Artikels möchte ich auf ein paar wichtige Erfahrungen und praktische Tipps eingehen, die ich von diesem Hochpreis-Experiment gelernt habe:
- Affiliate-Produkte mit einem hohen Preis können sehr lukrativ sein. Man wird weit weniger Sales generieren, aber dafür verdient man mit relativ wenig Verkäufen sehr gutes Geld. Wichtig ist hier aber, dass die Höhe (%) der Provision stimmt.
- Zumindest bei meiner Nische waren nicht so viele andere Affiliates unterwegs. Ich denke, dass die meisten Affiliates lieber etwas günstigere und sich dadurch häufiger verkaufende Produkte raussuchen. Das ist eine Chance für Neulinge, denn weniger Konkurrenz verbessert die Chancen gut zu ranken.
- Generell zeigt auch dieses Beispiel wieder, dass Nischenwebsites immer noch sehr gut funktionieren und keineswegs pauschal von Google abgestraft werden. Wer hochwertige und gut gemachte Nischenwebsites erstellt, wird damit auch in Zukunft Geld verdienen können.
- Die Nischenauswahl ist dabei sehr, sehr wichtig. Ich habe eine sehr gute Nische gefunden, die es erst ermöglicht hat, dass sich diese Site so gut entwickelt hat. Nehmt euch deshalb Zeit für die Nischenwahl.
- Viele wollen einfach nur Produkte vorstellen, aber das sollte nicht der einzige Inhalt sein. Hintergrundartikel sind sehr wichtig, ranken gut und schaffen Vertrauen bei den Besuchern.
- Google AdSense funktioniert ebenfalls sehr gut in vielen Nischen. Probiert es also einfach mal aus und verschenkt kein Geld.
- Geduld wird immer wichtiger und gerade bei Nischenwebsites kann es lange dauern, bis Google diese besser rankt. Erwartet also nicht nach ein paar Wochen schon große Einnahmen, sondern lasst die Nischenwebsite ruhen und baut schon an der nächsten.
Fazit – Hochpreis-Nischenwebsite
Unter dem Strich bin ich mit der Nischenwebsite sehr zufrieden. Von knapp über 1.000 Euro im Jahr kann man natürlich nicht leben, aber dafür sind Nischenwebsites auch nicht da. Zumindest keine einzelnen. Wer 10 solcher Nischenwebsites hat (und die Einnahmen können natürlich auch deutlich höher sein), der erfüllt sich vielleicht seinen Traum von der Selbstständigkeit mit eigenen Websites.
Aber auch wenn es nur ein Nebenverdienst ist, so lohnt sich das auf jeden Fall. 2017 habe ich an dieser Nischenwebsite vielleicht 8 Stunden was gemacht. 2 neue Artikel und etwas technische Pflege, mehr war es nicht. Das ergibt einen Stundenlohn von rund 168 Euro.
Zudem hat es mir Spaß gemacht dieses Experiment umzusetzen. In der nächsten Zeit will ich eine weitere Nischenwebsite erstellen und dabei wieder einiges ausprobieren.
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